SCHOLL, Eva.: "Kohle machen" und mehr, Rezension von: Am Ende des fossilen Zeitalters - Alternativen zum Raubbau an den natürlichen Lebensgrundlagen, HENSELING, Karl Otto:, Oekom Verlag, München, 275 S. Mauersegler 1/2009, S. 8-9
Buchbesprechung: "Kohle machen" und mehr Karl Otto Henseling: Am Ende des fossilen Zeitalters – Alternativen zum Raubbau an den natürlichen Lebensgrundlagen. Oekom Verlag, München, 275 S.
Es gibt Buchtitel, die uns magisch anziehen. Für andere muss man Anlauf nehmen. Um die erste Ausgabe von Karl Otto Henselings Buch (1992: "Ein Planet wird vergiftet – der Siegeszug der Chemie: Geschichte einer Fehlentwicklung", rororo aktuell) zu lesen, brauchte ich nach 16 Jahren erst die verschmitzt gezwinkerte Zusicherung des Autors, den Schwerpunkt mehr ins Konstruktive zu verlagern, und die Zusage zu dieser Rezension. Außerdem habe ich in der aktualisierten und überarbeiteten Fassung seines Buches zuerst den Schluss gelesen, bevor ich bereit war, es näher an mich heranzulassen – Selbstschutz für meine gute Laune, die mir inzwischen heilig ist. Ich lese nämlich lieber, was mir Mut macht. Immerhin wird die Bedrohlichkeit des neuen Titels bereits im Untertitel wieder aufgehoben. Angenehme Überraschung: in beiden Büchern ist der Inhalt viel erfreulicher als der Titel, und spannend zu lesen. Man muss auch nicht Chemie studiert haben, um sie zu verstehen. Ich habe keine Chemiefabrik. Was hat das X-Y-Verfahren also mit meinem Alltag zu tun und wofür brauche ich Steinkohle? So was interessiert mich ... doch: Ich habe es hier zum ersten Mal wirklich verstanden.
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