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2. Diskussion und Empfehlungen Integrierte Schädlingsbekämpfung
durch Management ihrer ökologischen Nischen und "Ent-netzung" ihrer Biotope in aller Ruhe in
den Griff kriegen.
Lassen Sie die Spraydose stehen, denn damit vertreiben Sie die Schädlinge an einen anderen Ort, wo Sie sie erst wieder
suchen müssen, und wo Sie vermutlich noch schwerer drankommen.
Da viele Schädlinge von Abfällen leben, kann es genügen, die Abfälle besser unter Kontrolle zu
halten. Noch "einfacher" kann es sein, weniger Abfälle zu produzieren. Schädlinge, die nichts zu
fressen haben, können nicht leben, geschweige denn, sich entwickeln oder gar vermehren.
Schädlinge können allerdings auch in blitzsauberen Haushalten vorkommen, wenn ihnen der Weg dorthin geöffnet
wird. Das ist nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Sie werden sich dort allerdings selten in Massen vermehren
können.
Die Wahrscheinlichkeit für Schädlingsbefall ist besonders groß, wo viele Wege sich kreuzen, zum Beispiel in den
großen Städten, Ballungsräumen, Hochhäusern, zentralen Verteilerorganisationen, Großküchen, ... . Dort passiert die
Öffnung in den einzelnen Haushalt / Betrieb leichter. Deshalb muß bei einem Schädlingsbefall immer auch das Umfeld
berücksichtigt werden
Kommen die Schädlinge immer von draußen herein? Hat vielleicht die Kellertür unten einen Spalt,
oder sind die Fenster und Türen ständig offen?
Wenn die Angst vor den Schädlingen- nüchtern betrachtet - viel größer ist, als das Problem: wo
könnte die Angst noch herkommen, wenn nicht von den Schädlingen? Wie steht es mit der
Bereitschaft, die eigene Trägheit zu überwinden, Bequemlichkeiten aufzugeben oder Gewohnheiten
zu ändern, um das Problem dauerhaft zu lösen?
Wenn ein Schädlingsproblem überhand nimmt, gilt es, sehr beherzt die Ursachen zu erforschen,
ohne sich selbst zu betrügen.
Manche derartige Fragen sind nicht einfach zu beantworten. Inzwischen gibt es schon mal jede
Menge Möglichkeiten für befallsmindernde Aktivitäten, zum Beispiel aufräumen, gründlich
saubermachen oder endlich mal wieder renovieren. Ganz nebenbei eignen sich diese Arbeiten
hervorragend zum Nachdenken.
Wer nicht aufräumen und saubermachen kann, kann es lernen, evtl. mit professioneller Hilfe, die man engagiert und
(heimlich?) beobachtet.
Vielleicht ist es einfach zu viel Arbeit? In diesem Fall wäre eine Abspeckung zu erwägen. Was zu
viel ist, nutzt niemandem, gleichgültig, ob es sich um Lebensmittelvorräte, Kleidungsstücke, Möbel
oder Wohnfläche handelt. Wo Schädlinge zum schwerwiegenden Problem werden, lohnt es sich
durchaus, die Selbsteinschätzung und den tatsächlichen Bedarf einmal gegeneinander abzuwägen,
ggf. neu zu definieren und für eine Weile regelmäßig zu revidieren.
Da allgemeines Unwohlsein Angst fördert und endlich Panik auslösen kann, kann eine Steigerung
des allgemeinen Wohlbefindens einer Tendenz zur Panik entgegensteuern. Natürlich wissen wir
alle, was das allgemeine Wohlbefinden verbessert (ausgewogene Ernährung, ausreichend
Bewegung an der frischen Luft, gleichmäßiger Lebensrhythmus, Probleme lösen anstatt verdrängen,
Zeit nehmen etc.). Das einzige, was aber nützt, ist das, was wir tun!
Ängstlichen Herzen sei empfohlen, ihre Empfindsamkeit für unredliche Stimulatoren von Ängsten zu trainieren. Es
gilt, sie zu erkennen und möglichst zu entlarven. Hier seien nur zwei Stichworte als Anregung gegeben: