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Integrierte Schädlingsbekämpfung 2. Diskussion und Empfehlungen
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Medien:
Die Welt ist wesentlich weniger schwarz, als Medien und Umweltverbände glauben machen wollen.
Die Medien leben in erster Linie von den Katastrophenmeldungen. Wer sich zulange damit befaßt, kann leicht
glauben, die ganze Welt bestünde nur daraus.
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Umwelt:
Sicher ist allein die Veränderung; Auch bei noch so verwüsteten Flächen ist - ökologisch gesehen,
Wiederbesiedlung anzunehmen. Es kann halt sehr lange dauern und wird anders als zuvor.
Zum Schutz vor (allen!!) Angstmachern: Schutzmechanismen entwickeln und pflegen; verstärkte Konzentration auf
die guten Nachrichten.
In den Situationen mit chronischem Schädlingsbefall gilt es, die Verhältnismäßigkeit der
Gegenmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen und ggf. vernünftig zu ändern. Das geht sicher nicht
über Nacht, aber man kann ja schon mal anfangen.
In einem großen Betrieb werden Schädlinge oft zum Problem, wo die Kommunikation gestört ist:
Hier empfiehlt es sich, die vertikale und horizontale Vernetzung der Managementebenen zu
überprüfen und die Vernetzung mit der Außenwelt sichern. Wo auf einzelnen Personen mehr
Verantwortung lastet, als diese bewältigen können, müssen Teilbereiche abgetreten und umverteilt
werden. Natürlich kann das schwierig sein, wenn jemand an seiner Macht hängt oder seinen
Mitarbeitern nicht über den Weg traut. Die Alternative ist, mit den Schädlingen weiterzuleben.
Das sollten sich diese Menschen immer wieder klar vor Augen führen.
2.2.1.1. Selbsthilfe in Stichworten
Allgemein: Anleitung zur Selbsthilfe suchen,
- Low-tech, das heißt einfache Lösungen vorziehen,
- alte Hausmittel in Erinnerung rufen, falls möglich, mit Hilfe eines alten, erfahrenen
Mitmenschen;
- Naturstoffe anbauen / züchten (in wärmeren Ländern).
Vorbeugender Selbstschutz im Haushalt:
- Wer bei der Auswahl der Nahrungsmitteln jahreszeitliche Schwankungen und örtliche
Angebote berücksichtigt, hilft die Gesamt-Schadstoffbelastung zu senken, die Nebenkosten zu
verringern. Was quasi von selbst in der Nähe wächst, kommt zum einen mit weniger Dünger
und Pestiziden aus und braucht zum anderen weniger Treibstoff und Verpackungsmaterial für
den Transport. Dadurch, daß die Ware frischer bei Ihnen ankommt, entsteht bei der
Verarbeitung weniger Abfall, der dann mit relativ gutem Gewissen kompostiert werden.
Allerdings setzt dies ein grundlegendes Umdenken von der Frage `auf was hätte ich denn heute
mal Appetit?´ zur Frage: `was gibt es jetzt hier frisch?´
- Ein geordnetes Essensrest-Management im Familienkreis kann weiterhin wesentlich dazu
beitragen, das Abfallaufkommen zu verringern: nur soviel kochen, wie auch gegessen wird,
den Teller leer essen, Reste verwerten, Krümel einsammeln, gemeinsame Küchenreinigung als
festen Bestandteil gemeinsamer Mahlzeiten einrichten, organische Abfälle gleich
hinausbringen, spätestens jedoch abends, am Ort kompostieren (O
LKOWSKI
&
O
LKOWSKI
1975)
weitere Informationen: Z
IMMERMANN
(1987)
weitere Beispiele für einzelne praktische Maßnahmen:
- Wohnung richtig isolieren; heizen und lüften lernen; Erkenntnisse umsetzen lernen;
- besser selten gründlich saubermachen als häufig oberflächlich, besonders auf die Ecken
konzentrieren (= Grenzen) und besser täglich ein wenig als alles auf einmal;
- Lebensmittelreste hinter/unter Möbeln entfernen;
- Recyclingmaterial vor dem Wegwerfen reinigen;
- Abfallbehälter verschlossen halten, besonders nachts (Nagetiere und Katzen);
- saubere Haushaltsführung, moderne Reinigungstechniken;