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2. Diskussion und Empfehlungen Integrierte Schädlingsbekämpfung
soweit informiert werden, daß er hinreichend Verständnis aufbringen kann, um die nachfolgend notwendige
Befallsüberwachung mitzutragen.
Zur Schädlingsabwehr der Zukunft gehören Aktivitäten in den Bereichen: Betriebsorganisation,
Management, sowie pädagogische und soziale Aspekte, Beratung, Informationsvermittlung, Hilfe
zur Selbsthilfe; Reinigung und Instandsetzung; Sozialarbeit, Chemie, Biologie etc. Auch die
Erarbeitung und Bereitstellung von Richtlinien und Information für eigene Zwecke und für die
Kunden gehören dazu und möglichst enge Zusammenarbeit mit den Universitäten in den Bereichen
Aus- und Fortbildung, Forschung / Entwicklung.
Die umfassenden Aktivitäten der NPCA (National Pest Control Association, der amerikanische
Schädlingsbekämpferverband), der einen ganzen Stab von Wissenschaftlern beschäftigt und ein
reichhaltige Information ständig aktuell bereitstellt, können dabei als Orientierungshilfe und
Vorbild genutzt werden. Die Bereitschaft der NPCA zur Kooperation ist vorhanden. Das konnte
im Rahmen dieses Projektes nachhaltig bestätigt werden.
Wie weit der einzelne Schädlingsbekämpfer sich mit diesen Grenzbereichen befassen will; sie z.B.
als Bestandteile seiner Arbeit in Erwägung zu ziehen, evtl. als Komplettservice, muß er wissen.
Jeder Schädlingsbekämpfer sollte gelegentlich seine Ansprüche und Grenzen der eigenen
Bereitschaft zur Erweiterung für sich selbst klären.
Empfehlenswerte Eigenschaften sind Mut dem Kunden gegenüber und den möglichen Mit-
Arbeitern, sowie größtmögliche Offenheit für eine Fülle von Problemstellungen.
2.2.2.2. Schutz vor Billigbietern in Stichworten:
- Tätigkeitskataloge und Musterverträge für Schädlingsbekämpfungsarbeiten mit Richtpreisen
erarbeiten.
- Qualitätssicherung:
- Richtlinien für Verfahrenstechnik, Standards festlegen;
- freiwillige Selbstkontrolle (Übergangsweise)
- unabhängige Kontrolle von außen fördern
(NPCA 1983ff)
2.2.2.3. Haftung:
Umfassende Fachkenntnisse und vertragliche Absicherung sind der beste Schutz vor gerichtlichen
Auseinandersetzungen nach Fehlanwendung von Pestiziden, weil dann die Fehlanwendung nicht
mehr eintritt. (Juristisch vollkommen sicher wird die Sache, wenn Schädlingsfreiheit ohne
Pestizide erreicht und erhalten werden kann.)
Vertragliche Absicherung beinhaltet sinnvollerweise:
- Bekämpfungsziele und Schadensschwellen definieren (Tilgung, Minderung, Wiederbefall
verhindern, Befallsüberwachung);
- Vorbereitung der zu behandelnden Objekte durch den Kunden als Vorbedingung für
Aktivitäten;