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Integrierte Schädlingsbekämpfung 2. Diskussion und Empfehlungen
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- Beschreibung der Aktivitäten; Beratung, Information, Aufklärung, Vorreinigung,
Nachbehandlung, Schlupfwinkel versiegeln und Hilfe zur Selbsthilfe als Tätigkeiten aufführen
und angemessen berechnen;
- Kooperation des Kunden sichern (Zutritt zu sämtlichen befallenen Gebäudeteilen,
Instandsetzung, Entrümpelung, Wartung und Pflege, Renovierung).
- Anleitung zur Selbsthilfe als Leistung in Verbindung mit regelmäßiger Überwachung der
Abwesenheit von Schädlingen - die beste Reklame.
Bei mangelhafter Kooperationsbereitschaft des Kunden empfiehlt sich konsequente
Arbeitsverweigerung. Fast sicher ist: wer Schädlinge hat und nicht kooperiert, braucht den
Fachmann später um so nötiger.
Schädlingsbekämpfung in großen Betrieben, ein kleiner Trost für den verantwortungsbewußten
Schädlingsbekämpfer: je länger ein Betrieb halbherzig weitermacht, desto sicherer ist er als
zukünftiger Kunde für qualifizierte Facharbeit. Das ist nur eine Frage der Zeit.
2.2.2.4. Aus- und Fortbildung
Empfohlen wird ein einjähriges Praktikum vor und eine Art Wanderzeit nach der Ausbildung und
Prüfung, sowie regelmäßige Wissensauffrischung mit Lernkontrolle im Abstand von 3 Jahren und
Verpflichtung zur Weiterbildung.
Die Schädlingsbekämpfer sollten für den aktiven Austausch zwischen Theorie und Anwendung
unbedingt von sich aus die ständige Nähe zu Universitäten und Fachhochschulen suchen. Von den
Hochschulen kann ein eigenes Interesse an der Schädlingskunde erwartet werden. Eine Verbindung
von praktischer Ausbildung und Studium wäre optimal und sollte dringend angestrebt werden.
2.2.2.5. Zur Wahl der Methoden:
Fast alle Schädlingsprobleme sind auch ohne Gifteinsatz lösbar.
Bei vielen Aufgabenstellungen, die auf den Schädlingsbekämpfer zukommen, muß er genau wissen,
was er will.
Zum Beispiel der Umgang mit Chemikalien setzt die Bereitschaft voraus, die Hintergründe der
Chemikalienanwendung kennenzulernen. Dazu muß man die Angst vor Fremdwörtern und
Formeln überwinden und einiges an naturwissenschaftlichem Grundwissen erwerben.
Wer dazu nicht bereit ist, hat verschiedene Möglichkeiten:
- zu Gunsten anderer Verfahren auf Chemikalien verzichten oder
- Entomologen oder entsprechend erfahrene Fachkräfte / Kollegen als Entscheidungsträger zu
Rate ziehen, beauftragen, engagieren.
Entsprechendes gilt für Fachkräfte bei sozialen und seelischen Problemen der Kunden, innovative
Bekämpfungsmethoden u.v.m.. All das kann man lernen und selber machen - oder weiterleiten.
Enge Kooperation mit Reinigungs- Entrümpelungs- und Renovierungsunternehmen und Beratern
(Psychologen / Soziologen, Biologen, Ökologen, Chemiker, Fachübersetzer, Medienfachleute etc)
wird dringend empfohlen. Nicht jeder muß alles können.