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2. Diskussion und Empfehlungen Integrierte Schädlingsbekämpfung
Diese Kooperation kann möglicherweise auf DSV-Ebene begonnen werden (s.o.).
2.2.2.6. Methoden:
Das neue Ziel der Schädlingsbekämpfung ist: durch Vorsorge und mit regelmäßigen
Befallskontrollen / Inspektionen, Schädlingsfreiheit erhalten, anstatt - wie bisher - regelmäßig
Schädlinge zu "ernten".
Schädlingsbekämpfung ist ein Netz von Aktivitäten. Je dichter die Aktivitäten zusammenwirken,
desto weniger braucht jede einzelne zu leisten. Das verringert die Umweltbelastung der
Gesamtstrategie kolossal. Überschneidungen der Maßnahmen (beispielsweise Aufräumen,
Saubermachen und kühle Lagertemperaturen) sind einander eine Art Sicherung, und es schadet
nicht, wenn eine von mehreren einmal mal vorübergehend knapp wird oder ausfällt.
Jeder Schädling, jedes Problem hat schwache Stellen. Diese Stellen gilt es unter Beobachtung der
Schädlinge und der Umgebung herauszufinden, um - welche Maßnahme auch immer - genau zielen
zu können.
Die wesentlichen Arbeiten erfordern daher trainierte Sinne und Einfühlungsvermögen, um die
Pestizidanwendung, wenn sie überhaupt notwendig ist, zu präzisieren. Auf diese Weise können bis
zu 98% der bisher verwendeten Mengen eingespart werden (G
REENE
1992)
Zu jeder Behandlung gehört eine gründliche Reinigung und das Abschneiden / Verschließen der
Eintrittspforten, die Modifikation der ökologischen Nischen.
Befallsintensitäten, Befallsorte, Organisationskettenlängen, Vernetzugsgrade in
Managementsystemen und Belastbarkeit des Kunden müssen stark berücksichtigt werden;
Schadensschwellen und Bekämpfungsziele sind entsprechend festzulegen.
Methoden ohne Gift oder mit minimalriskanten Anwendungsformen können auch von
Einzelpersonen angewendet werden, während beim Ausbringen von Giften aus Sicherheitsgründen
nie eine Person allein arbeiten sollte, damit jemand Hilfe holen kann, falls etwas passiert. Obwohl
diese Forderung für den Arbeitsalltag der gegenwärtigen Schädlingsbekämpfung völlig
unrealistisch ist, muß der Umstand bei der Effizienzrechnung der Methoden mit einkalkuliert
werden.
Ziehen Sie bei der Zusammenstellung der Methoden immer die minimalriskanten vor. Zwei
wesentliche Überlegungen sind dabei zu berücksichtigen:
- Wegen großer Probleme mit dem Personenschutz (Anwender und Bewohner behandelter
Objekte), der unkontrollierbaren Kontamination, der daraus resultierenden großen Gefahr der
Resistenzzucht, der unklaren Entsorgung von Mittelresten und Lagerschwierigkeiten muß
weitestgehender Pestizidverzicht gefordert werden.
- Die Pestizide, die dennoch notwendig bleiben, sind als minimalriskante und exakt plazierbare
Anwendungsformen auszuwählen.
Weitere Informationen und Hinweise dazu finden Sie im technischen und praktischen Teil dieses
Berichtes (s. Anhänge).