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2. Diskussion und Empfehlungen Integrierte Schädlingsbekämpfung
- Nebenprodukte harmlos,
- Entsorgung einfach,
- Bei der Risikoeinschätzung nach erwartungsgemäßem / möglichem Gebrauch unterscheiden
Dies muß bei der Auswahl der Gesamtprodukte und der Anwendungstechnik beachtet werden:
- Energie- und resourcenschonende Herstellung ohne unerwünschte Nebenprodukte;
- besonders Naturstoffe, aber auch Ausgangsstoffe für industrielle Produkte:
- müssen ausreichend vorhanden sein,
- sollten möglichst in der Nähe vorkommen,
- ressourcenschonend genutzt werden können,
- dürfen nicht aus gefährdeten Beständen entnommen werden.
- Die Umwelt muß sich von der Entnahme gut erholen können.
- Zielgenauigkeit,
- Ständige Kontrolle über den Verbleib des Giftes und der Zusatzstoffe für die gesamte Dauer
der Anwendung,
- Wirkungsspektrum auf Zielorganismen und Nichtzielorganismen überschaubar,
- vollständiger Abbau zu unschädlichen Rückstände nach Beendigung der Wirkung oder
- Möglichkeit zur vollständigen Rücknahme der Reste, die nicht ihr Ziel erreicht haben.
- der Abbau der Rückstände darf die Umwelt nicht zusätzlich belasten,
- weitestgehende Beschränkung auf Monopräparate;
- vielseitige Auswahl an Wirkstoffmechanismen, Zubereitungen und Anwendungsformen zur
Vermeidung von Resistenz.
Abgesehen von der umsichtigen Auswahl der Präparate
: Kontamination vermeiden; Stoffe,
Formulierungen und Anwendungsformen vorziehen, die man ständig im Blickfeld behalten kann,
solange sie wirken, z.B. Köder in Dosen, wasser-aufschwemmbares Pulver, Staub für
Schlupfwinkel (, Schaum und Mikrokapseln?, s.u.); dauerwirksame Chemikalien meiden, die
ausgasen, verdampfen, in die Haut einziehen oder sonstwie "translokieren" (= sich vom Ort der
Anwendung entfernen, R
UST
& al. 1995).
Lagern, Entsorgen, verschüttete Pestizide, korrekte Handhabung, und medizinische
Vorsorge:
hierüber gibt es vom US Armed Forces Pest Management Board sehr ausführliche
Technische Anweisungen, die sich seit Jahrzehnten bewährt haben und ständig verbessert werden.
Manche davon gibt es auch in deutscher Übersetzung. Fast alle sind nicht geheim. Das 10th
Medical Laboratory in Landstuhl stellt sie gerne zur Verfügung (s. Literaturverzeichnis).
Versorgung mit Pestiziden:
Zentral, gut vernetzt, flexibel, variabel; begrenzte und kontrollierte
Abgabe; exakte Dokumentation, Lager-, Buchführung. Anwendung in Verbindung mit Beratung /
Überwachung durch Entomologen.
Entsorgung von Pestiziden:
Unbrauchbar gewordene Pestizide sollten beim
Schädlingsbekämpfer-Betrieb solange sicher gelagert werden, bis Gewissheit über die weitere
Verwendung erzielt werden kann. Die weitere Verwendung muß von Fall zu Fall neu entschieden
werden, da der Stand der Technik einem rapiden Wandel unterworfen ist. Trotz aller Vorbehalte
gegenüber der Abfallverbrennung ist für Pestizide u.U. eine ordnungsgemäße Verbrennung bei
hohen Temperaturen der Deponierung vorzuziehen, weil dadurch das weitere Kontaminationsrisiko
erheblich verringert wird.