Seite 57
40
2. Diskussion und Empfehlungen Integrierte Schädlingsbekämpfung
Information:
Die Beteiligung sämtlicher Betroffenen an der Arbeit ist elementar. Deshalb ist
Information - so tief und breit wie möglich - mit das wichtigste Element der alternativen
Schädlingsregulierung (s.u.).
Eine wichtige Maßnahme zur Schädlingsbekämpfung, die scheinbar nichts damit zu tun hat, ist die
Steigerung des persönlichen allgemeinen Wohlbefindens.
Bei jeder Schädlingsbekämpfung wird Energie in irgendeiner Form gebraucht, z.B. als mechanische
oder als chemische Energie, oder als Wärme / Kälte. Risiken eines Gifteinsatzes und Energiebedarf
müssen deshalb gleichermaßen in der Ökobilanz berücksichtigt werden. Zeit spielt - ökologisch
gesehen - keine Rolle.
Hitzebehandlung ist "völlig chemiefrei", kann aber die Umwelt stärker belasten als beispielsweise eine
Schlupfwinkelbehandlung mit Chemikalien.
Die mit Abstand wirkungsvollsten und verträglichsten Methoden zur Schädlingsbekämpfung
brauchen Zeit und mechanische Energie; kurz: sie sind mit Arbeit verbunden (vgl. Selbsthilfe, S.
29).
Die wichtigsten Methoden der integrierten "Schädlingsbekämpfung" sind
- umsichtige, naturnahe Beschaffung und Zubereitung der Nahrung, sowie
- Abfallvermeidung, sorgfältige Resteverwertung, Aufräumen und
Saubermachen;
- Häuser vernünftig bauen, später pflegen und erhalten!
Wilhelm R
EICH
(1946) zählte sie zu den lebenserhaltenden Arbeiten. Jeder halbwegs vernünftige
und gesunde Mensch ist theoretisch dazu in der Lage. Wo diesen Arbeiten die angemessene
Aufmerksamkeit und Sachkenntnis zukommt, haben Tiere kaum Gelegenheit, schädlich zu werden.
Angenehmer Nebeneffekt: Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens.
Maßnahmen zum "Grenz-Management" zwischen menschlichen und tierischen Revieren:
- Gezielte Abdichtung von Gebäuden gegen Zutritt/Zuflug von Schädlingen (Fliegenvorhänge
an Fenstern und anderen Öffnungen gegen fliegende Insekten, Gitter und
Metallverkleidungen gegen Nagetiere)
- Wer seine Ansprüche auf das reduziert, was er braucht, hat automatisch seinen Lebensraum
besser im Blick / Griff und entsprechend weniger Grenz-Bewohner innerhalb des
beanspruchten "Reviers";
- friedliche Überschneidung von Kompetenzen trainieren, Kommunikation mit Nachbarn,
Kollegen und anderen angrenzenden, menschlichen "Revierbesetzern" verbessern. Das
entspricht ökologisch gesehen der gemeinsamen Nutzung eines Lebensraumes, der
Vernetzung in einem Biotop. Es hilft, den Erhalt des Systems zu sichern.
- Verträge zur Reinigung, Instandhaltung, Instandsetzung und Schädlingsbekämpfung
überarbeiten, ggf. neue Vertragspartner suchen;
- Koordination zwischen Handwerkern verschiedener Fachrichtungen bei Umbau- und
Reparaturarbeiten sichern;
- Ausgliederung von Arbeiten, die innerhalb der Organisation nur mangelhaft ausgeführt
werden können;
- Wohlbefinden der Mitarbeiter verbessern;