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Integrierte Schädlingsbekämpfung 2. Diskussion und Empfehlungen
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- Organisation von Gebäudereinigung, Haushaltsführung, Beschaffung von Lebensmitteln,
Wartung, Pflege, Abfallmanagement und Instandhaltung überarbeiten;
Wo also die Grenzen geklärt, Informations- und Managementlücken gefüllt werden, Mitarbeiter
motiviert werden können, verschwinden viele Probleme von selbst.
Weitere Methoden zur reparierenden / vorsorgenden Schädlingsbekämpfung:
- Manipulationen der Gashülle, die das zu schützende Objekt umgibt / einschließt, mit Hilfe
der Luft: Durchzug, Trockenheit, Wärme, Dampfreiniger, Kälte, Schwankungen an
Temperatur und Feuchtigkeit; Vakuumverpackung, Sauerstoffentzug, CO2-, N2-Zufuhr.
Diese Maßnahmen sind besonders gut geeignet, um andere Maßnahmen zu verstärken (s.u.:
Synergismen).
Die Hitzeempfindlichkeit der Lebewesen ist relativ ähnlich. Da Proteine sich verändern und Wachse etc.
schmelzen, ist Hitze unspezifisch schädlich für alle.
Die Empfindlichkeiten gegen Wärme (anders als Hitze; man beachte den Unterschied!), Kälte,
Temperaturschwankungen u.a. sind aber sehr verschieden. Die Schädlingsarten, die Stadien und sogar
einzelne Familien oder Individuen reagieren sehr unterschiedlich darauf. In den richtigen Händen werden
Manipulationen der Temperatur zu Präzisionswerkzeugen der alternativen Schädlingsabwehr.
- Vorbeugung und Langzeitstrategie Regulierung von Temperatur und Feuchtigkeit durch
Wärmedämmung mit besonderer Beachtung von Material- und Stoffgrenzen in
menschlichen Behausungen im Einklang mit baubiologischen Grundsätzen. DIN-
Vorschriften etc. im Wohnungsbau, z.B. die Wärmeschutzverordnung müssen dahingehend
nachgeprüft werden.
- Hohlraum-Management, vorbeugend, proaktiv, prophylaktisch: Hohlräume,
Undichtigkeiten vermeiden, vorhandene Risse und Spalten sorgfältig abdichten, nur bei
Bedarf vorher behandeln.
Pestizidanwendung durch Dritte nur zulassen, wo Befall nachgewiesen wurde, oder bei
erhöhter Befallswahrscheinlichkeit, beispielsweise in Durchgangslagern für lose
Lebensmittel. Bei erhöhter Befallsgefahr durch deutsche und Braunband-Schaben, sowie
andere Hohlraumbewohner vorsorgliche Behandlung der Hohlräume mit Silikagel (K
ÖRBER
,
1989, mündl. Mitt., E
BELING
in R
UST
& al. 1995).
- Hohlraum-Management, reparierend: Abdichtung nach vorheriger Behandlung mit
Silikagel, Öl, Borsäure oder einem nicht-einziehenden, nicht repellierenden,
dauerwirksamen Insektizid (Borsäure, wasseraufschwemmbares Pulver oder
mikroverkapselter Flüssig-Wirkstoff).
- Organisationsketten kürzen und / oder vernetzen, um Schädlings- und andere -Probleme
schneller erkennen und Gegenmaßnahmen flexibel organisieren zu können.
Tabelle 1
faßt die Unterschiede zwischen der traditionellen Schädlingsbekämpfung und
ganzheitlicher Schädlingsabwehr tabellarisch zusammen.
Tabelle 2
ist noch leer. Sie ist vorerst als
Denkanstoß gedacht. Wer möchte, kann sie selbst ausfüllen. Weitere Hinweise dazu finden Sie im
Kapitel ´Methoden` und im speziellen Teil.