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2. Diskussion und Empfehlungen Integrierte Schädlingsbekämpfung
Selbstdarstellung überwunden haben, besonders empfänglich dafür sind. Genau diese
Menschen haben nur noch selten den Drang, etwas beweisen zu müssen. Falls sie das
Bedürfnis entwickeln, kann es geschehen, daß die Sensibilität wieder verloren geht.)
- dem Wissen jenseits der Meßbarkeit ist ein Lebensraum in unmittelbarer Nachbarschaft der
Universität einzuräumen;
- ganzheitliche Betrachtungsweise ist aktiv zu fördern.
Allgemein gilt es zur Entwicklung der Entomologie im Sinne von Schädlingskunde (amerikanisch:
Entomology), die Universität - und dort besonders den Fachbereich Biologie - mit dem Rest der
Welt zu vernetzen, Bürger- und Praxisnähe zu suchen. Bei der Definition von Forschungszielen ist
das eigene Interesse mit dem tatsächlichen Bedarf zu korrelieren, am Nutzer zu orientieren.
Weiterhin wird die Übersetzung von Forschungsergebnissen in andere soziale Sprachen als die
eigene und die Förderung fächerübergreifender Arbeiten empfohlen.
Es muß gefordert werden, daß für die Erforschung der Themen von öffentlichem Interesse und der
"zu billigen" Methoden (Aufräumen, Saubermachen, Eintrittspforten verschließen, Kälte,
Trockenheit, u.a.) öffentliche Mittel bereitgestellt werden.
Übergreifende Forschung in enger Verbindung mit anderen Fachbereichen ist gefragt (R
OGERS
&
S
HOEMAKER
1971): In Kalifornien gibt es bereits seit längerem ein Institut für
Schädlingsbekämpfung und Sozialwissenschaften, wenn auch mit Schwerpunkt im
landwirtschaftlichen Bereich, dessen Bereitschaft zur Kooperation dokumentiert wurde (S
CHOLL
,
unv.).
Als elementare Voraussetzungen für interdisziplinäre Effizienz müssen Teamgeist und Ganzheits-
Bewußtsein unter den Studierenden gefördert werden. Die Forderung nach übergreifender
Forschung stellt den langfristigen Wert des Wettbewerbsdenkens in Frage. Es sollte auf breiter
Basis abgebaut werden.
2.2.9. Gesetzgeber
Für die Aufgaben des Gesetzgebers gibt es bereits umfassende Vorarbeiten in den USA (siehe
Literaturverzeichnis). Konkrete Vorschläge für die Umsetzung enthält der Stufenplan im nächsten
Kapitel. Die wesentlichen Punkte werden hier zusammengefaßt.
Die Ausbildung der Schädlingsbekämpfer muß dringend allgemeinverbindlich geregelt werden.
Ausbilder, Lernstoff und Prüfung müssen überregional neutral überwacht werden.
Für die Umsetzung der Qualitätssicherung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die möglichst
kombiniert werden sollten:
- freiwillige Selbstkontrolle mit Anleitung,
- freiwillige Kontrolle durch einen zuständigen Entomologen und Gütesiegel,
- obligatorische Betreuung durch einen Entomologen,
- umfassende Betriebsinspektionen durch Entomologen (regelmäßig, nach vorheriger
Ankündigung).
Die Bereiche Sicherheit, Bekämpfungsziele, Methoden, Mittel, Resistenz, Umsetzung von
Veränderungen, Vernetzung, Langzeitwirkungen und Auswirkungen von Veränderungen müssen in
den Betrieben und bei der Arbeit der Schädlingsbekämpfer unabhängig überwacht werden.