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Integrierte Schädlingsbekämpfung 2. Diskussion und Empfehlungen
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Arbeiten wie Aufräumen, Saubermachen, Eintrittspforten verschließen, befallsmindernde
Renovierung, die als alternative Methoden jenseits der Zulassungsfähigkeit bezeichnet werden
können, müssen den Bewohnern der Ballungsräume neu vermittelt werden. Diese Lehrtätigkeit
muß öffentlich gefördert werden, damit sie stattfinden kann (s.u.: Information). Was den
Verbraucher interessiert, muß dabei im Zentrum stehen (= Zielgruppenbetriebene Kommunikation).
Dazu müssen Überwachungs- und Beratungsdienste eingerichtet und zentral gesteuert werden.
Kriterien für Qualitätssicherung, Qualitätskontrollen für Schädlingsbekämpfung; Betriebe, Mittel,
Geräte, Methoden und Wissensstand werden zweckmäßig zentral festlegt. Sie müssen regelmäßig
überprüft werden (Beispielsweise FIFRA, das amerikanische Schädlingsbekämpfungsgesetz, muß
mindestens alle zwei Jahre auf den neuesten Stand gebracht werden.).
Eine obligatorische medizinische Vorsorgeuntersuchung für Schädlingsbekämpfer (z.B.
Lungenfunktionstest, Cholinesterasetest, s.: U
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1976), die es bisher nicht gibt, muß festgelegt werden.
Resistenzuntersuchungen sind umfassend zu sichern, deren Nutzung zu fördern (U
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1970).
Bei all diesen Aufgaben ist eine enge Zusammenarbeit mit den USA ratsam, evtl. über das 10
Medical Laboratory in Landstuhl, wo diese Aufgaben für alle Truppenstützpunkte in Europa bereits
seit Kriegsende wahrgenommen werden. Außerdem gibt es zahlreiche weitere Anlaufstellen für
nähere Informationen (AFPMB, GSA, USDA-ARS, UC, Purdue, USAEHA, CDC; siehe dazu auch
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CHOLL
unv., s.u.: Informationsmanagement) Weiterführende Literatur, die von diesen und
anderen Einrichtungen zur Verfügung gestellt wurde, war die Basis für die vorliegende Arbeit. (s.
Literaturverzeichnis)
Die Bekämpfungsprinzipien im Bundesseuchengesetz (1994) müssen dringend um ein
Vorsorgeprinzip und ein Risikominimierungsprinzip erweitert werden. Das Tilgungsprinzip in der
Ausführung des derzeit geltenden Rechts muß auf echte Notsituationen begrenzt werden, die sehr
selten vorkommen. Die Bekämpfungsziele sind insgesamt neu zu überdenken und ggf. neu zu
definieren.
Bei der Überarbeitung sämtlicher Gesetze, die mit Schädlingsbekämpfung zu tun haben, wird
dringend empfohlen, ein Expertenteam mit Entomologen und Schädlingsbekämpfern, sowie die US-
Gesetzgebung zu Rate zu ziehen;
Wo immer das möglich ist, sollte die Gesetzgebung konsolidiert werden. Beispielsweise in den
Bereichen Seuchen, Hygiene, Präventivmedizin, Tierhygiene, Landwirtschaft, Materialschutz und
Innenräume sollte Trennendes überwunden, die Gemeinsamkeit gefördert werden.
Überschneidungen sind Lücken vorzuziehen. Um die Transparenz zu verbessern, sollten auch
Revisionen mit gesundem Menschenverstand ins Auge gefaßt werden. Beispielsweise die
Vorratsschädlinge des Haushalts, die in Deutschland traditionell im landwirtschaftlichen
Hoheitsgebiet angesiedelt sind, zählt in vielen anderen Ländern zum Bereich Haushalt und
Hygiene.
Zahlreiche Maßnahmen, die wünschenswert sind, weil sie die Unabhängigkeit der Verbraucher
fördern, dienen gleichzeitig der Abwehr von Schädlingen. Beispielsweise: