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2. Diskussion und Empfehlungen Integrierte Schädlingsbekämpfung
- Eigenproduktion von Lebensmitteln, Erzeugernähe und Direktvermarktung eignen sich, die
Lebensmittelkontrollen zu entlasten und fördern die "Erdung" der Verbraucher. Dazu gehört
auch die direkte Beteiligung der Verbraucher an der Produktion (z.B. rent-a-chicken, lease-a-
cow u.ä.).
- Permakultur-Programme für städtische Grünanlagen fördern die Naturnähe im städtischen
Bereich (weitere Informationen bei M
OLLISON
, diverse Publikationen, O
LKOWSKI
et al. 1979
ff), Selbstversorgung
In Dublin / Irland wird Permakultur seit Jahren mit großem Erfolg als
Resozialisierungsprogramm für straffällig gewordene Jugendliche eingesetzt. Fast alle machen nach einem Jahr
von selbst weiter (M
C
C
ABE
, 1989, mündl. Mitt.).
Diese Entwicklung und die Ausbreitung derartiger guter Ideen sollten nicht zuletzt wegen der
Schädlingsvorbeugung auch vom Gesetzgeber stärker unterstützt werden.
Zur Förderung für "billige" Methoden sind ebenfalls Steuernde Staatseingriffe erforderlich.
Beispielsweise die Zulassung für umweltschonende Mittel, wie Kieselerde, Seife, Pflanzenöl etc. ist
notwendig, damit diese Mittel bei öffentlich angeordneten Entwesungen verwendet werden dürfen.
Da dies aus Rentabilitätsgründen von Pestizidherstellern nicht erwartet werden kann, kann die
Zulassung derartiger Mittel und die daraus erfolgende höhere Akzeptanz nur mit öffentlicher
Förderung erreicht werden.
Wünschenswert ist weiterhin die Importförderung für diejenigen ausländischen Methoden, die
eindeutig der Risikominimierung dienen, sofern eine Produktion im Inland nicht gegeben ist.
Denkbar wäre z.B. die Beschaffung mit öffentlichen Mitteln und Abgabe zum Selbstkostenpreis.
Auch wenn das utopisch erscheinen mag, ist eine derartige selektive Förderung gut geeignet, die
Umwelt zu schonen, bzw. die integrierte Schädlingsabwehr maßgeblich zu fördern und muß
deshalb bedacht werden.
Umweltschonende Methoden mit minimalen Pestizidmengen müssen in jeder Weise hervorgehoben
werden. Dazu bietet sich beispielsweise an, die Vergabe des Umweltengels auf Methoden wie
Köderverfahren zu erweitern, nachdem dieser bereits auf inerte Gase ausgedehnt wurde.
Epidemiologische Untersuchungen über chronische Belastungen mit
Schädlingsbekämpfungsmitteln, Schädlingsallergenen und Schimmelpilzgiften / -allergenen sind zu
fordern und müssen gefördert werden, ggf. in Zusammenarbeit mit den USA, wo die
Epidemiologie als Fachrichtung der Präventivmedizin zusehends Bedeutung erlangt; evtl. in
Koordination mit dem 10th Medical Laboratory. Zur Finanzierung sollten unbedingt die Hersteller
der Mittel herangezogen werden.
Ein natürliches Interesse der Versicherungsträger an derartigen Untersuchungen kann vorausgesetzt
werden und sollte zur Förderung derartiger Untersuchungen unbedingt stimuliert werden.
Verbraucher-orientierte Forschung sollte in jeder Hinsicht gefördert werden.
2.2.10. Zuständigkeiten
Wo die oben genannten Arten: Ratten, Motten, Mücken, Ameisen, Zecken oder Schaben zum
Problem werden, ist eine Überprüfung der Zuständigkeiten und Machtverhältnisse angebracht.
Objektiv betrachtet, sind Überschneidungen weniger riskant als Lücken, was die
Schädlingsbekämpfung angeht (s.o.: Gesetzgeber). Friedliche Koexistenz aller Zuständigen sollte
angestrebt und gefördert werden, um die Probleme auf Dauer in den Griff zu kriegen: Wenn etwas