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2. Diskussion und Empfehlungen Integrierte Schädlingsbekämpfung
2.2.12. Informationsmanagement
Die Voraussetzungen für Information sollten möglichst zentral geschaffen werden. Der Stufenplan
im nächsten Kapitel enthält konkrete Vorschläge für die Umsetzung.
2.2.12.1. Aus- und Fortbildung
Die Aus- und Fortbildung muß auf allen Ebenen gefördert werden und dringend auf die Universität
ausgedehnt werden.
Die Ausbildung muß differenziert werden für IPM-Praktiker, Giftanwender, angewandte
Naturwissenschaften (Biologen, Agrarwissenschaftler, Chemiker, Mathematiker u.a.) und
Überwachungsorgane.
Ein Berufsbild Fachentomologe ist zu schaffen. Dazu gehören die Aufbereitung von Umweltwissen
für den Alltag und die Wissensvermittlung nach allen Seiten. Die Ausbildung für Fachentomologen
muß an der Universität etabliert werden;
Die Ausbildung für Schädlingsbekämpfer muß dringend koordiniert werden und auf einen
gleichmäßig angemessenen Stand gebracht werden, möglichst in enger Kooperation mit
amerikanischen und britischen Paralleleinrichtungen (s.o.: . Die praktische Ausbildung (hands-on
training) ist, bis auf wenige Ausnahmen, überall verbesserungsbedürftig. Sie macht viel Arbeit, ist
aber besonders wichtig. Die Prüfungen müssen von Fachentomologen durchgeführt werden.
Auf die Vermittlung von Verständniswissen ist besonderer Wert zu legen. Bestimmte Antworten in multiple choice
tests richtig ankreuzen zu können, reicht sicher nicht aus.
Enge Zusammenarbeit mit England und den USA, wo eine unüberschaubare Fülle von Materialien
seit langem erprobt ist, ist dringend anzuraten , z.B:
- USA: (FIFRA, MilHdbk), staatliche Einrichtungen (CDC), div. Universitäten; National Pest
Control Association; Firmen Whitmire, Insects Ltd u.a.
- UK: diverse Universitäten, MAFF, SLOUGH, Imperial College, Public Health, Firma Rentokil
- die Hersteller- und Vertreiber-Firmen sind leider beschränkt durch die eigene Produktpalette, obwohl auch sie
über reichhaltiges Informationsmaterial verfügen.
Alle angefragten Einrichtungen haben spontan eine verblüffende Hilfsbereitschaft bei der
Förderung der Schädlingskunde-Ausbildung in Deutschland demonstriert und eine schier
grenzenlose Fülle von Unterlagen zur Verfügung gestellt. Dabei konnten im Rahmen dieser Studie
einige maßgebliche Lehreinrichtungen noch nicht mal erfaßt werden (Centers for Disease Control,
US Army Environmental Health Agency u.a.).
Unterrichtshilfen gibt es in Form von Vorlesungsskripten, Fachbüchern, Fernkursen, Fernstudium,
Computer-Selbstlern-Programmen u.v.m..
(siehe hierzu auch oben: Gesetzgeber und S
CHOLL
unv.)
Praktische Ausbildung: Die Anwendung der Methoden muß in mehreren wiederholten Schritten
erfolgen: