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Integrierte Schädlingsbekämpfung 2. Diskussion und Empfehlungen
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- Demonstration,
- Training,
- Erfolgs-Überprüfung,
Angesichts der rasanten Entwicklung der Methoden zur Schädlingsbekämpfung muß eine zeitliche
Begrenzung der Anwenderqualifikation gefordert werden. In den USA hat sich ein Qualifikations-
Zeitraum von drei Jahren bewährt.
Empfehlenswert ist auch eine Verpflichtung zur ständigen Weiterbildung.
Es gibt zahlreiche Arbeiten in der ganzheitlichen Schädlingsabwehr, die Lese-, Rechtschreib,
Rechen- und Chemieschwache Praktiker ohne diese Kenntnisse machen können. Dem muß bei den
Zulassungsbegrenzungen Rechnung getragen werden.
Möglichkeiten zur Fortbildung und Abwechslung (gegenseitige Besuche, Praktika) und zur
zwanglosen Kommunikation sind zu fördern: Seminare, Tagungen mit gemeinsamer
Unterbringung sind gut geeignet, die Kommunikation zu verbessern.
2.2.12.2. Information
Richtige Information hat eine überaus zuverlässige verzögerte Dauerwirkung, auch wenn sie
anfangs noch so abschreckend erscheint. Meiner Erfahrung nach ist die Wirkung sogar um so
sicherer, je stärker die anfängliche Gegenwehr war.
Bis richtige Information ihren Weg von den Köpfen in die Tat findet, können allerdings mehrere
Jahre vergehen. Inzwischen ist Vertrauen auf die zuverlässige Langzeitwirkung von richtiger
Information erforderlich.
Nach R
OGERS
&
S
HOEMAKER
(1971)
beginnen
größere Veränderungen erst nach frühestens 15
Jahren, wirklich zu greifen.
Die Wirkungsweise von richtiger Information entspricht - verglichen mit einem Insektizid - ungefähr der eines schwach
repellierenden, resistenzbrechenden Wachstumsreglers; vielleicht Fenoxycarb (s.u.: Insektizide).
Bei der Vermittlung von Information muß allerdings peinlich vermieden werden, den Informanden
zur Steigerung der Aufmerksamkeit unnötig Angst zu machen o.ä., da diese weitverbreitete
Methode unerwartete Nebenwirkungen haben kann (s. S. 4, 16, 22, 28, 58
Regionale Beratungsdienste, mit angemessener Ausstattung funktionsfähig gemacht, müssen
umgehend eingerichtet werden (vgl. Stufenplan, S. 65). . Zur minimalen Ausstattung gehören:
mindestens ein Fachentomologe und einige Techniker, die die Stellung halten können, eine
umfassende Referenzbibliothek, Anschluß an die großen Datensysteme, ein entomologisches Labor
mit Zuchtmöglichkeiten (zur Beobachtung von Tieren und Zucht für Resistenzuntersuchungen),
sowie die Möglichkeiten zur Erprobung neuer Methoden, Fähigkeit zu selbständiger Arbeit und
Kontakt mit Kollegen. Wünschenswert ist die Anbindung an eine Einrichtung, die bereits
fächerübergreifend besetzt ist (z.B. Pflanzenschutzdienst, Medizinisches -, Chemisches -,
Lebensmitteluntersuchungsamt), um die Möglichkeiten zum ständigen Austausch zu verbessern.
Dringend benötigte Dienstleistungen in gleichbleibender Qualität sind:
- Tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung von Neuerungen,
- Telefonische Information und Beratung,
- Eildienst für die Bestimmung von Tieren,
- Vor-Ort-Beratung bei besonderen Problemen,