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E. Scholl (1995): Erarbeitung von Richtlinien für die integrierte Schädlingsbekämpfung ... 61
3. Stufenplan für die Umsetzung
Die konkreten Empfehlungen beschreiben die Weiterführung der Arbeit, besonders die Vermittlung
von Information; weiterhin die Methoden der Schädlingsbekämpfung, die Gesamtstrategie der
Schädlingsbekämpfung, die Alternativen und die Pestizidanwendung, sowie die
Gesetzesgrundlagen. Die Notwendigkeit für die Weiterführung ergibt sich aus den bisher
unbeachteten Besonderheiten des menschlichen Nahbereichs der Gegenwart, die grundsätzliches
Umdenken erfordern.
3.1. Aufgaben und Fortführung
Dieser Abschnitt betrifft zum überwiegenden Teil den Gesetzgeber; außerdem die
Universitäten und dort insbesondere die Fachbereiche Biologie; außerdem die
Medien, den deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband und die Pestizidhersteller.
Das Allerwichtigste bei der Umsetzung der integrierten Schädlingsabwehr ist ausführliche und
neutrale Information über angewandte Schädlingsökologie und angemessene Abwehrmaßnahmen
für sämtliche Interessengruppen. Dazu liefert dieser Bericht die Grundlagen.
Einige, ausgewählte Probleme wurden in diesem Bericht zur direkten
Verwendung ausgearbeitet. Großenteils ist der Bericht als Impulsgeber angelegt
- ein Konzentrat aus Information, die nur darauf wartet, für verschiedene
Zielgruppen aufgearbeitet und mit Leben gefüllt zu werden. Farben, Bilder und
direkte Ansprache müssen ergänzt werden, da dies im Rahmen des vorliegenden
Berichtes nicht vorgesehen war.
Gleichzeitig sind einige Abschnitte noch zu ergänzen, z.B.: weitere
Schädlingsarten, Glossar und Index, sowie ein umfassender Tabellenteil, um die
risikorelevanten Eigenschaften der Pestizide vergleichbar zu machen.
Zur Initiierung der Umsetzung integrierter Schädlingsabwehr werden Pilotprojekte (z.B.
Großküche, Krankenhaus, Stadt) empfohlen, die dann als Orientierungshilfe für ein in Gang zu
setzendes "Schneeballsystem" genutzt werden können.
Um die Information möglichst effizient zu verbreiten, empfiehlt sich ein strategisches Vorgehen,
beginnend beispielsweise als Fortbildungskurs für Journalisten, in den Lehrplänen der
Grundschulen und im Privatbereich.