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Integrierte Schädlingsbekämpfung 3. Stufenplan für die Umsetzung
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Diese übergeordneten Arbeiten sind langfristig auch auf europäischer Ebene anzustreben. Derzeit
muß dies aber aufgrund der Sprachbarrieren als unrealistisch angesehen werden. Die Effizienz
wäre nicht zu gewährleisten.
Auch die Prüfungskriterien müssen von einer unabhängigen und neutralen Stelle erarbeitet und auf
dem neuesten Stand gehalten werden.
Einige hundert bewährte Prüfungsfragen (aus der Ausbildung der
Schädlingsbekämpfer im Auftrag der US-Streitkräfte Europa) stehen bereits in Englisch und in Deutsch zur Verfügung
und können als Ausgangsbasis und Diskussionsgrundlage genutzt werden. Hierbei wäre eine gesamt-europäische
Bearbeitung etwas weniger kompliziert und ist daher in diesem Bereich anzustreben.
Weitere Aufgaben, die zur Effizienzsteigerung zentral bearbeitet werden sollten:
- telefonische Sofortberatung in Form einer Pestizid-Hotline in Zusammenarbeit mit einer
Giftinformationszentrale und in Verbindung mit -Literaturrecherchen bei Bedarf;
- Erarbeiten von Handzetteln zur Kundeninformation für Schädlingsbekämpfer,
- Fortführung der deutschsprachigen Fach-Datenbank, die im Rahmen dieses Vorhabens
angelegt wurde;
- eine Fachbibliothek - die Basis dafür ist bereits vorhanden;
- Resistenztests,
- die Bestimmung von Schädlingen,
- ein deutschsprachiges Electronic-mail Bulletinboard und ggf. ein Fax Informationsdienst.
- regelmäßige Informationen in Form einer Zeitung (die sehr einfach gehalten werden kann und
folgende Rubriken enthalten sollte:
- Zusammenfassungen von wissenschaftlichen Publikationen mit Angabe der Quelle,
- ausführliche Artikel in leicht verständlicher Sprache über neue Erkenntnisse zu aktuellen
Themen mit Angabe des Autors,
- Information über neu erschienene Bücher u.ä. mit Bezugsinformationen,
- Veranstaltungskalender,
- Termine für alle Aus- und Fortbildungsmaßnahmen mit Adressen und Anmeldeformular,
- aktuelle Gesetzesänderungen,
- Hinweise auf Neuauflagen technischer Anleitungen mit Bestellscheinen,
- Fragebogen für die Beurteilung der Publikation durch den Leser.
Um die Schädlingsbekämpfung auf gesundheits- und umweltschonende Weise neu zu organisieren,
bedarf es dringend einer staatlichen Ausbildungsordnung, denn diese Tätigkeit ist eine äußerst
sensible Angelegenheit im Nahbereich der Menschen.
Bisher wird die Auswahl der Methoden zur
Schädlingsbekämpfung allein vom kurzfristigen wirtschaftlichen Vorteil gesteuert. Das ist ein völlig unerträglicher
Mißstand, der dringend geändert werden muß.
Um die dringend erforderliche Einarbeitung von Neuerungen in die Methoden der
Schädlingsbekämpfung zu sichern, sollte die Arbeitserlaubnis für Schädlingsbekämpfer nur für
einen begrenzten Zeitraum gelten, beispielsweise für drei Jahre.
Gleichzeitig trägt eine derartige
Begrenzung langfristig zur gleichmäßigen Qualifikation der Schädlingsbekämpfer bei, die zur Zeit aufgrund der stark
schwankenden Prüfungsstandards sicherlich nicht gewährleistet werden kann.
Dieser Bericht bietet in konzentrierter Form die Basis für die genannten Maßnahmen. Eine
Fortführung ist auf verschiedene Arten möglich, beispielsweise als Firma oder als Verein, als
Aufgabe des einschlägigen Fachverbandes und / oder der Hersteller- und Vertreiberindustrie. Eine
Fortführung in öffentlichem Auftrag wird aus folgenden Gründen dringend empfohlen: