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3. Stufenplan für die Umsetzung Integrierte Schädlingsbekämpfung
- Die Gewährleistung der Objektivität ist auf die Dauer wesentlich sicherer, wenn die Bezahlung
von der kurzfristig wirtschaftlichen Akzeptanz der Ergebnisse unabhängig bleibt.
- Vielfältige Kontakte zu öffentlichen und militärischen Einrichtungen in den USA, deren
Informationen nur für öffentliche Aufgaben zur Verfügung stehen, hatte ich bereits durch
meine Arbeit bei den US-Streitkräften. Im Rahmen des F+E-Vorhabens konnte ich sie
nachhaltig intensivieren. Einem gewerblichen Informationsvermittler bliebe der Zugang zu
diesen überaus wertvollen Informationsquellen verwehrt.
Bei der Informationsvermittlung müssen einige zentrale Punkte unbedingt beachtet werden:
- Die Information darf nicht teuer sein. Am besten sollte sie auf breiter Basis kostengünstig zur
Verfügung gestellt werden. Dieses Forschungs- und Entwicklungsvorhaben ist ein
vorbildlicher Anfang.
- Der Beginn muß einfach sein, die bewährte Reihenfolge "was-warum-wie" ist einzuhalten. Das
geschieht am besten zunächst in Form von Faltblättern, preiswerten Broschüren,
Telefonberatungen und vor-Ort-Beratungen. Seminare, Workshops etc werden erst sinnvoll,
wenn das Interesse einmal geweckt ist und die Nachfrage wächst. Beratungen sollten
anfänglich kostenlos sein, damit sie auch genutzt werden.
- Die Information muß nutzergerecht sein. Jeder einzelne Mensch muß die Information
bekommen, die er braucht und verkraften kann. Er darf damit nicht überhäuft und überfordert
werden. Das setzt voraus, daß jemand zuerst zuhört, um zu erfahren, was gebraucht wird; ein
Fall für eine verantwortungsvolle Werbepsychologie.
- Es muß penibel darauf geachtet werden, daß die Informationen wirklich diejenigen Personen
erreicht, die sie brauchen, und nicht nur deren Vorgesetzte. Wenn Broschüren über den
Postweg verbreitet werden, oder wenn Seminare an attraktiven Orten stattfinden, erreichen sie
die Zielgruppe in der Regel nicht, da diejenigen, die den direkten Einfluß auf die
Schädlingsentwicklung haben, oft die letzten in der betrieblichen Hierarchie sind.
Oft werden die
Personen aufgeklärt, die zuhören und / oder dieselbe soziale Sprache sprechen wie der Dozierende. Es müssen
aber diejenigen erreicht werden, die die Aufklärung dringend benötigen, nämlich die direkt Betroffenen. Das ist
zwar theoretisch die Aufgabe der "Chefs", aber die Erfahrung belehrt die Branche in der Praxis bisher leider eines
anderen.
3.3. Empfehlungen für die Methoden der Schädlingsbekämpfung
Die Empfehlungen in diesem Abschnitt richten sich besonders an die
Schädlingsbekämpfer und an die Verbraucher; aber auch an den Gesetzgeber.
Wegen großer technischer und praktischer Probleme mit dem Personenschutz, unkontrollierbarer
Kontamination beim Einsatz traditioneller Verfahren und daraus resultierender großer Gefahr der
Resistenzförderung unter den Schädlingen muß ab sofort weitestgehender Pestizidverzicht gefordert
werden, auch wenn diese Forderung noch so abgegriffen klingen mag.
Begründung:
- Zahlreiche Schädlingsbekämpfer haben mit dem richtigen Gebrauch von Schutzkleidung und
Atemschutzgeräten größte Schwierigkeiten. Die Probleme reichen von der richtigen Auswahl über das
Erkennen von Mängeln, den ordnungsgemäßen Gebrauch bis zur Reinigung bzw. Entsorgung. Oft wird -
wegen der ungünstigen Trageigenschaften, Beschaffungsproblemen oder aus Kostengründen -
ungenügende Schutzkleidung gewählt. In einigen Bereichen der traditionellen Schädlingsbekämpfung war
es bis vor wenigen Jahren nicht möglich, die richtige Schutzkleidung zu ermitteln, da Hersteller von