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Integrierte Schädlingsbekämpfung
4. Methoden
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sein. Der Arbeitsplatz des Kochenden ist am besten möglichst nahe bei den Essern. Je größer die Entfernung,
desto schwieriger wird es.)
D
ie Auswahl und Anordnung der Möbel und Geräte muß möglichst intelligent, brauchbar, bezahlbar und haltbar
sein, ebenso die Einrichtung des Arbeitsplatzes.
G
eräte bleiben in gutem Zustand und halten länger, wenn sie gepflegt werden. Außerdem macht die Arbeit mit
gepflegtem Werkzeug an einem ordentlichen Arbeitsplatz Freude und spornt an.
D
ie optimale Einrichtung des Arbeitsplatzes und teure Geräte sind allerdings alles andere als eine Garantie für
ein gelungenes Menü, geschweige denn Voraussetzung für eine gute Mahlzeit.
(Tomaten aus dem Garten, Äpfel
vom Baum schmecken - ganz ohne Küche - am besten und machen auch satt.)
W
eiter geht es mit den Zutaten. Am besten sind natürlich die aus dem Garten, wobei es wiederum nicht
ausreicht, einen zu haben, man muß ihn auch bearbeiten. Wo es keinen Garten gibt, sind ausreichende
Finanzkraft und ein Angebot notwendige Voraussetzungen, um etwas auf den Tisch zu bringen. Allerdings ist das
auch mit einfachen Mitteln möglich. Bei der Art der Beschaffung, der Auswahl nach Art und Menge gibt es
unendlich viele Möglichkeiten für ebensoviele Ansprüche. Man kann ernährungswissenschaftlich, umweltbewußt
oder nach dem Lustprinzip vorgehen oder die Bequemlichkeit voranstellen - oder alles kombinieren. Um gut zu
kochen, muß man nicht unbedingt Ernährungswissenschaften studiert haben - schaden wird es allerdings nicht.
Anders herum ist ein Studium keineswegs Garantie für gute Küche - es kommt ganz darauf an, wie man
erworbenes Wissen umsetzt, gleichgültig, wo es herkommt.
R
affinierte Rezepte machen das Kochen zur Kunst. Geschickte Kombination und Bearbeitung von Zutaten
können verblüffende Auswirkungen haben.
(Z.B. durch die Zubereitung wird aus verschiedenen Zutaten
Mayonnaise oder Brot. Es ist dabei nicht mehr zu erkennen, aus was sie bestehen; durch die Zubereitung
entsteht eine neue Zutat; siehe unten, z.B.: Synergismen)
D
as Kunst-Kochen ist allerdings nicht jedermann´s Sache. Es kommt ganz darauf an, wie einer kochen kann, Zeit
und Laune hat. Wem es genügt, seinen Magen zu füllen, der kann alle Zutaten einzeln verzehren. Rohe Schnitzel
machen auch satt und sind angeblich sogar gesünder als gebratene. Je nach Fertigkeit, Fähigkeit und Bereitschaft
kann jeder frei entscheiden, etwas Kompliziertes, Einfaches, Teures, Preisgünstiges zu kochen, jemand anderen
kochen lassen, sich für ein Fertigessen entscheiden, Essen auf Rädern bestellen, auswärts essen gehen, oder fasten.
A
uf die Dauer ist Abwechslung auf dem Speisezettel zur Gesunderhaltung des Körpers notwendig.
(Gewisse
Patentrezepte - z.B. Hamburger u.ä. - stehen in penetrant gleichbleibender "Qualität" und stereotyper Monotonie
ständig und rund um den Erdball überall als Notbehelf zur Verfügung. Nichts gegen einen gelegentlichen
Hamburger, aber wer es damit übertreibt, sieht halt bald entsprechend aus.)
J
e länger die Wege werden, die eine Zutat zurücklegen muß, bevor sie auf den Tisch kommt, und je mehr sie
unterwegs von anonymen Händen und Geräten bearbeitet wird, desto schwieriger und gleichzeitig wichtiger wird
das Gewährleisten gleichbleibender Qualität - desto mehr und strengere Kontrollen werden deshalb notwendig.
Entsprechend wird die Zutat teurer, oder sie muß in größeren Mengen gehandelt werden, damit es sich noch lohnt.
Je größer die verarbeiteten Mengen werden, desto schwieriger wird es, flexibel auf Sonderwünsche und -
Bedürfnisse einzugehen, und die Vielseitigkeit bleibt leicht auf der Strecke.
E
in einziger Fehler, z.B. eine Prise Salz zuviel, kann ein ganzes Essen mit einem Griff ungenießbar machen, aber
auch weniger radikale Fehler sind durchaus geeignet, uns den Appetit zu verderben. Aus kostspieligen Zutaten
mit komplizierten Rezepten und abenteuerlichen Bezeichnungen mäßige Mahlzeiten zu bereiten, ist keine Kunst,
wie wir alle wissen.
A
usgefallene Zutaten sind nicht zwangsläufig Garantie für bessere Qualität - eher im Gegenteil: Frisches Gemüse
der Saison aus regionalem Anbau oder aus dem Garten schmeckt mindestens genauso gut, wenn nicht besser als
weitgereiste exotische Sorten.
Z
uviel, zu einseitig darf es nicht sein, sonst schmeckt nichts mehr.
L
ängst nicht alles, was teuer ist, muß auch gut sein. Oft wird auch Quantität mit Qualität verwechselt.
Q
ualitätsmängel der Zutaten lassen sich in gewissen Grenzen durch raffinierte Gewürzmischungen überdecken,
aber eben nur in Grenzen.
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