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5. PestizideIntegrierte Schädlingsbekämpfung
... eignen sich zum Anlocken, Abschrecken u.v.m. sind Spezialwerkzeuge der integrierten
Schädlingsregulierung:
Vergrämung: vergiftet nicht, hindert aber durch Geschmack am Fressen oder durch abstoßendes
Testergebnis am Aufenthalt: Bitrex, Quassia, Niem, Essig, Pyrethroide, Piperonylbutoxid;
Lockstoffe: für Fliegen, Ratten, Mäuse, Ameisen, Schaben, Wespen;
Pheromone: Hormone mit Fernwirkung für Motten, Käfer u.a.
Kinder- und Haustierschutz: Brechmittel, Bitrex; Geruchsüberdecker u.a.: -> Methoden
5.2.2. Insektengifte, alphabetisch, s. Anhang A2 / Insektizide & Akarizide
Im
Anhang A2 / Insektizide & Akarizide
sind Portraits von Wirkstoffen gegen Insekten und
Milben in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
5.2.3. Wirkstoffeigenschaften in der Übersicht tabellarische Übersicht (Auswahl) s.
Anhang A
Der
Anhang A / ausgewählte Wirkstoffe tabellarisch
enthält eine Übersicht über die
Eigenschaften einer Auswahl von Wirkstoffen. In der Literatur schwanken die Angaben von
Wirkstoffeigenschaften stark je nach Autor. Selbst bei der akuten Giftigkeit - LD50 - für Ratten
gibt es in der Literatur beträchtliche Schwankungen. Ich werden den jeweils niedrigsten Wert
angeben, den ich in der Literatur gefunden habe. (durchweg am strengsten: NIOSH; die Werte hab
ich aber nicht aktuell). Mündlichen, unbestätigten Mitteilungen zufolge sind die europäischen
Schädlinge durchweg resistenter gegen alle Gifte als die amerikanischen (höhere Feld-Resistenz).
Außerdem werden angeblich unterschiedliche Gruppen von Ratten geprüft (Männchen, Weibchen,
alte, jung Tiere, gemischte Gruppen), um diesen Wert zu ermitteln. Da "der" Mensch überdies oft
völlig anders auf Gifte reagiert als "die" Ratte, sollte man sich davor hüten, diesen Wert allzu ernst
zu nehmen. Die LD50 ist geeignet, einen ersten Eindruck darüber zu vermitteln, ob ein Stoff
hochgiftig oder ungiftig ist. Zum Vergleich: Kochsalz hat eine LD50 von ca 1000; das entspricht
etwa einem gehäuften Eßlöffel Salz für einen erwachsenen Menschen.
5.2.4. Rodentizide - gegen Rodentia (Nagetiere)
Die Hauptarbeit bei der Nagetierbekämpfung ist das Aufräumen und
Saubermachen, sowie das Instandsetzen von Abfallmanagement, Gebäuden und
Kanalisation. Nagetiergifte sollten nur als Notlösung ausnahmsweise zum
Einsatz kommen, wo für alle anderen Arbeiten sicher gesorgt ist. Den derzeit
gängigen gewohnheitsmäßigen Mißbrauch von Giftködern gegen Nagetiere
vergleicht A
L
G
REENE
(1992) zu Recht mit dem Einsprühen der Fußleisten
gegen Insekten. Außerdem ist es unnötige Tierquälerei.
In manchen Situationen ist es unerläßlich, Nagetiergifte selbst zu mischen. Viele
Schädlingsbekämpfer mischen sich ihre Nagetiergifte aber aus Kostengründen immer selbst. Dabei
muß beachtet werden: -
Das Hantieren mit Konzentraten ist sehr gefährlich;
Entmischung kann zu sehr ungleicher Verteilung des Giftes innerhalb des Köders führen;