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Integrierte Schädlingsbekämpfung
5. Pestizide 87
Giftweizen gegen Mäuse: nicht die Schale, sondern das Korn sollte begiftet sein. Es ist
allgemein üblich, die äußere Umhüllung zu begiften, welche die Mäuse jedoch abschälen und
liegenlassen.
Köder für Nagetiere gibt es mit verschiedenen Wirkstoffen - meist Antikoagulantien - und mit
verschiedenen Lockstoffen. Auch gibt es viele verschiedene Formulierungen:
- Pellets, Wachsblocks in sehr verschiedenen Größen und Formen (X, mit Loch, Kerzen);
- Haferflocken, Weizen, Nüsse etc - lose, oder portioniert in Tüten, eine bestimmte Art Tüten ist
wasserdicht, läßt aber den Duft des Lockstoffs durch;
- Konzentrat zum Selbermischen;
- Kontaktstaub;
- Gel fertig auslegbar in Kartuschen, z.B.
MausEx Duo
, Frowein;
- Giftiger Teppich fertig in Röhren z.B.
MausEx
, Frowein;
- Paste in Kartusche: 0,005% Difenacoum, z.B.
Sewarin Wachsköder
; Killgerm;
- Paraffin-Vorköder ohne Wirkstoff:
- 0,005% Brodifacoum Blocks, z.B.
Klerat
; Zeneca;
- 0,005% Difenacoum Kerzen, z.B.
Rodentamatic-System
(beide Fa Killgerm).
Mögliche Nachteile:
Reste von Köderblocks können herunterfallen und werden dann zur Gefahr für nicht-
Zielorganismen. Paraffin schmilzt bei Wärme; Pellets und Reste von Blocks werden leicht
verschleppt, vor allem von Ratten. Paraffinblocks und Pellets für feuchte Umgebung und Freiland
(Verwendung nur nach sorgfältigem Studium der Gesamtsituation ausnahmsweise zulassen, s.o.).
Zu beachten:
- Speziell für Mäuse gibt es "Vogelfutter"-Mischungen . Sie enthalten Körner, die die natürliche
Nahrung der Mäuse darstellen. Es ist darauf zu achten, daß das INNERE der Körner begiftet
ist, denn die Schalen werden nicht gefressen, sondern fallen achtlos herunter. Soweit ich weiß,
wurde dies bisher bei mindestens einem Präparat erreicht.
- Fertigköder gibt es bei mindestens einem Hersteller im wasserdichten aber aromadurchlässigen
Portionsbeutel.
- Auslage nur in Köderdosen. Köderdosen müssen stabil, verschütt- und umfallsicher, und
abschließbar sein und einen zugriffgeschützten Giftbehälter haben, sodaß andere Tiere und
Kinder nicht daran kommen. Die Dosen müssen bei Bedarf im Boden verankert werden. Die
wenigsten Dosen erfüllen diese Bedingungen. Die wenigen, die es gibt, werden kaum benutzt,
da sie "zu" teuer sind. Gute Köderdosen gibt es z.B. von P
USCHMANN
1993, Frankfurt,
Eaton,
Protecta
; Killgerm u.a.. Dazu gibt es eine Art Häring, nämlich den Erdanker
Coccinella
zum
Verankern von Rattenköderboxen im Boden; 40 cm lang.
- Zum zusätzlichen Schutz für andere Tiere und Kinder sollten Nagergifte immer mit Bitterstoff
Bitrex oder mit Emeticum (= Brechmittel) versetzt werden (Ratten und Mäuse können nicht
erbrechen). Zugabe eines Emeticums kann so die Vergiftung von Nicht-Zielorganismen
verhindern.
-
Rattengift
: nur langsam wirkende Gifte verwenden und lange ohne Gift vorködern, um
einzelne Alttiere gezielt zu erreichen. Bei Verwendung schnell wirksamer Gifte müssen
Alttiere regelrecht vorher angefüttert werden. Das kann nur funktionieren, wenn keine
Alternativnahrung zur Verfügung steht.
Bei einzeln en übriggebliebenen Alttieren sollte gelegentlich an
ein Gnadenbrot gedacht werden; sie sind meist schon älter und werden i.d.R. nur ein Jahr alt. Alle
Einschlupflöcher abzudichten, ist wirksamer als alle Ratten zu töten.
-> Ratten
-
Mäuse
: nur ausnahmsweiseweise vorködern, wenn sich in einer Sippe eine Nahrungsvorliebe
entwickelt hat. -> Mäuse