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Integrierte Schädlingsbekämpfung
5. Pestizide 95
Zielgenauigkeit
- spezifisch
- unspezifisch,
weitere Eigenschaften -> Tabellen
Wirkungsmechanismen siehe dort
Aufnahmewege -> Eintrittspforten
5.3. Resistenz, Kombipräparate und Rotation
"Jetzt hatte ich der Kuh so schön das Fressen abgewöhnt; und kaum konnte sie es - da ist sie gestorben."
(Der Bauer zu seiner Frau - stinksauer)
In diesem Witzchen war die Toleranz der Kuh für Nahrungsmangel wohl begrenzt. Die erwünschte
Resistenz ist in dieser Generation nicht eingetreten.
In einer räumlich abgeschlossenen Population kann man bei einer kontinuierlichen Anwendung
eines bestimmten Mittels nach etwa 10-15 Generationen mit dem Auftreten merklicher Resistenz
rechnen (E
ICHLER
1965, S
TEIN
1986, p.181). Wie lange das im Einzelnen dauert, hängt von
verschiedenen Faktoren ab:
- Art und Qualität der Resistenzgene
- Häufigkeit des Kontakts, Intensität der Selektion
- Generationsdauer, Vermehrungsrate (je schneller Lebewesen sich vermehren und je mehr
Nachkommen sie haben, desto schneller tritt i.d.R. Resistenz auf)
- Fähigkeit der Schädlinge, vorübergehend widrige Umstände zu überdauern
Es können mehrere Arten von Resistenz unterschieden werden:
Physiologische Resistenz ist die natürliche Widerstandsfähigkeit von Organismen gegen alle
möglichen (Streß-)Faktoren. Sie ist von Natur aus artweise sehr unterschiedlich (=> selektive
Mortalität), aber auch von einem zum anderen Individuum derselben Art.
Beispiele für derartige (Streß-)
Faktoren sind Hitze, Kälte, Trockenheit, Hunger, Gift.
Erworbene Resistenz: Falls die Menge eines Mittels, die für die Tötung der Individuen eines
Stammes notwendig ist, mehrfach jene Menge übersteigt, welche die Mehrzahl der Individuen eine
Population normalerweise töten würde, spricht man von erworbener Resistenz. Beispiele für
erworbene Resistenz:
- Fliegen, die DDT im Stoffwechsel umbauen und außerdem einen höheren Fettgehalt im
Vergleich zu den anderen aufbauen (E412).
- Dieldrin-Resistenz erhöht für eine Zeit das biologische Potential von Fliegen (20% höhere
Lebenserwartung, 8% mehr Eier; bis zu 200-fache Vermehrung.)
- Glukose-Unverträglichkeit von Schaben bei Giftködern; glukosehaltiger Köder wurde nicht
mehr angenommen (= der am meisten gebrauchte Zucker)
- Pyrethroidresistenz: explosiv bei Verwendung persistenter (=dauerwirksamer) Pyrethroide.
- Überwiegen der Abschreck-Wirkung über den Tötungseffekt bei Mücken und Schaben gegen
Pyrethroide; die abschreckende Wirkung steigert sich so stark, daß Tiere schneller weglaufen,