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Integrierte Schädlingsbekämpfung
6. Schädlinge 115
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Pestizide (Biozide, Schädlingsbekämpfungsmittel)
: Spezielle Schädlinge erfordern spezielle
Eigenschaften von Giften, die durch Wirkstoffe, Zusätze, Formulierungen, Verpackungen,
Ausbringungsgeräte und / oder Anwendungstechniken geleistet werden können.
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Sonderfälle
: bestimmte Befallssituationen erfordern besondere Vorsicht und müssen
gesondert behandelt werden (z.B. Krankenhaus, Computer, Zoo, s.a. Anhang A1, Methoden).
Alle Befallsorte mit gleicher Rücksicht auf eventuelle Kinder und Haustiere zu behandeln, ist
zwar wünschenswert, aber unrealistisch, solange allein der Preis den Einsatz der Maßnahmen
steuert; außerdem in reinen Industriebetrieben ökologisch fragwürdig.
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Biologische Bekämpfung:
Bekämpfungsziel definieren: Eindämmen oder Tilgen?
Gegebenenfalls Ersatznahrung und Folgekosten nach Beseitigung der Schädlinge
einkalkulieren (Geckos, Katzen, Ameisen). Die echten Feinde unserer Schädlinge sorgen auf
natürliche Weise dafür, daß ihr Wirt nicht überhand nimmt. Ihr Ziel kann aber niemals sein,
ihn auszurotten, da das glatter Selbstmord wäre. Dies ist vor deren Einsatz zu bedenken.
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Management der ökologischen Nische(n), Habitatmodifikation (=Veränderung des
Lebensraums):
Aufräumen und Entrümpeln beseitigt Verstecke; Saubermachen hungert aus.
Je stärker ein Habitat strukturiert ist, desto schwerer wird es sogar für natürliche Feinde,
Schädlinge zu fangen. Manchmal ist es möglich, die unerwünschte Mitesser durch den
völligen eines einzigen lebenswichtigen Faktors zu vertreiben. Realistischer ist aber meist,
mehrere lebenswichtige Faktoren gleichzeitig zu verschlechtern, Streß zu bereiten. Es ist
weniger anfällig und führt zum gleichen Ergebnis.
- Biotop-ent-netzung
ist die Hauptarbeit bei der integrierten Schädlingsabwehr; je nach
Ausbreitungsstrategie der angepeilten Schadart sehr unterschiedlich. Ameisen, Essigmücken,
Fliegen, Hausstaubmilben, Motten, Mücken, Ratten, Tauben sind ständig auf dem Sprung. Sie
kommen immer sofort wieder, solange ein Lebensraum brauchbar und zugänglich ist.
Hausmäuse, Krätzmilben, Kopf- und Kleiderläuse, Pharaoameisen, Schaben brauchen ständig
den menschlichen Schutz und kommen nur mit menschlicher Hilfe weiter, wobei die Art der
benötigten Hilfestellung höchst unterschiedlich sein kann. Die notwendigen Unterlassungen
sind ebenso unterschiedlich. Weitere Tiere wie Bettwanzen, Flöhe, Zecken sind gesondert zu
behandeln. Entsprechend unterschiedlich werden die notwendigen Schritte sein.
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Vorbeugung, Prophylaxe, Langzeitstrategie; bauliche Maßnahmen, Aufgabennetz
; je nach
Bedarf
Zusammenfassung
:
minimalriskante Bekämpfung
: Das Wichtigste nochmals zusammengefaßt,
eine Din A 4-Seite höchstens.
Literatur:
Im Kapitel verwendete Literatur wird nur auswahlweise zitiert, um die Lesbarkeit zu
erhalten; der Schwerpunkt liegt bei direkt weiterführender Literatur. -> Datenbank.
In der hier vorliegenden Form können die Kapitel des
Anhang B
nur einzelnen hochmotivierten
Zeitgenossen als erster Impulsgeber zur Selbsthilfe dienen. Sowohl die Gliederung, als auch die
Informationen im Einzelnen bedürfen der praktischen Erprobung und ständigen Anpassung an
wechselnde Bedürfnissen. Zur näheren Erläuterung für einen breiteren Interessentenkreis sind
unbedingt Bilder und eine ansprechende Aufmachung der einzelnen Kapitel in handlichem Format
für verschiedene Zielgruppen erforderlich.