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Anhang A1 - 2
MethodenIntegrierte Schädlingsbekämpfung
Anlocken
a) unbeabsichtigte Anlockung. Mücken u.a. nachtaktive, fliegende Tieren und deren Freßfeinde,
z.B. Spinnen, Fledermäuse werden durch nächtliche Beleuchtung angelockt.
Dagegen hilft, die Außenbeleuchtung nachts auszuschalten, oder gelbes, oranges oder rotes Licht
verwenden. Bienen und Wespen werden durch süße Speisen und Getränke, Haarpomade mit
Zuckerwasser, geblümte Stoffe und blumig-fruchtige Parfüms angelockt. Um dies zu verhindern,
sollte man zum Trinken Strohhalme verwenden oder Mineralwasser anstelle von Limonade trinken
und statt Kuchen Brot (ohne Zucker) essen; bei großer Angst vor diesen Tieren zum Essen ins
Haus gehen, auf andere Stoffmuster und Düfte ausweichen. Bei noch größerer Angst besteht auch
die Möglichkeit, Blütenpflanzen im Garten vermeiden.
b) gezielte Anlockung: -> Gerüche, Köder, Lockstoffe, Pheromone, Licht, UV-Licht
Aufräumen -> Grenzen
Barrieren
... gegen kriechende Insekten und Milben allgemein: Silikonpaste, Schaum, Fett, Öl, Silikonspray,
Silikagel, Talkum, Seifenwasser, Klebstreifen, doppelseitiges Klebeband,
Pharaoameisen (B
ERNDT
&
E
ICHLER
1987, S. 50, 143f, 156f): Verbreitungsbarrieren: inerte
Stäube, Leimstreifen oder Gefäße mit Flüssigkeiten; persistente insektizide Beläge oder echte
Repellents, z.B. Piperonylbutoxid. Ausbruchsicherung für Zuchten mit Paraffinöl+*, Vaseline,
Raupenleim*, Talkum+. (* klebt Ameisen fest, + muß öfters erneuert werden.)
Schaben (R
UST
& al. 1995): Teflon; haltbarer, teurer, ist schwer zu entfernen, für Nymphen
weniger gut geeignet.
fliegende Insekten außer Thripse: Fliegengazevorhang, Moskitonetz; beides muß absolut dicht
sein, auch entlang der Ränder, und geschlossen bleiben. Hungrige Fliegen, Mücken und Wespen
finden jedes noch so kleine Loch. Ungewisser Nutzen: Luft-Vorhang (=Air Curtain)
Mäuse, Ratten, Katzen, Vögel: Blechbeschläge an den unteren Rand von Türen etc. Gitter 0,5 cm -
Öffnungen kleiner als 1cm. Mörtel, mit Glasscherben oder Draht gemischt. Bürsten an unteren
Türrändern. Literatur: Armed Forces Pest Management Board, 1991.
Katzen: Kragen um Bäume, Pfähle etc.
Vögel, die noch nicht dauerhaft ins Gebäude eingezogen sind: Plastikstreifen an der Tür, die aber
an den Rändern dicht schließen müssen.
Personenschutz (vor Parasiten und stechenden Insekten): dichte lockersitzende Kleidung mit
langen Ärmeln und Beinen, dichten Ärmelbünden, Hosenbeine in die Socken stecken, mit
Klebeband umwickeln, Imkerhut und Imkerhandschuhe; Moskitonetz übers Bett, Beine von
Möbeln in Seifen-, Ölwasser stellen. -> Zecken
Kompost, Abfälle: Gitter im Boden vergraben. Kupfer-Wolle sei besonders haltbar und wirksam
(O
LKOWSKI
et al. 1991), ist aber als Schwermetall nicht unbedenklich.
-> Bauschäden; Schlupfwinkel abdichten; weiterführende Literatur: M
OLLISON
&
H
OLMGREN
,
1978;
M
OLLISON
,
1979,
1981.
Bauschäden
... sind besondere Befallsorte / -Quellen. Sie bieten Eintrittspforten und Lebensräume, und helfen
den Wasserbedarf für allerlei Getier (Mäuse, Ratten u. a.) sichern. Das einzige, was dann noch
fehlt, ist Nahrung; meist an Grenzen zwischen Hausaußen- und innenseite, zwischen verschiedenen
Materialien, unter Türen, Glastüren (Ameisen, evtl. Mäuse), Ventilatoren, Rohrdurchlässe,
Kabelkanäle, Kühlsysteme, Kanal, Fenster, Türen, Dachluken und Kellerlöcher, Licht- und
Luftschächte, tagsüber offene Türen