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Anhang A1 - 6
MethodenIntegrierte Schädlingsbekämpfung
Überempfindlichkeit
gegen Krabbeltiere und andere: diese Empfindlichkeit sollte jeder bei sich
selbst regelmäßig nachprüfen. Bestimmte Vitamin-Mangel-Erscheinungen sind angeblich erst
problematisch geworden, seit die Schädlingsbekämpfung so gründlich geworden ist und die mit den
Vorräten gegessenen Insekten als Vitaminquelle ausgefallen sind. Käfer- und Mottenlarven sind
sehr nahrhaft. Zumindest im Privathaushalt ist gelegentliches Zögern angebracht, bevor man z.B.
die ganze Tüte Getreide aus der Direktvermarktung des benachbarten Biobauern wegen einer
einzigen Made ungewollt den Ratten zu fressen gibt, indem man sie fortwirft. Lebensmittel, die
ohnehin gekocht werden sollen, wie z.B. Reis, sind durchaus trotz Befall mit Käfern o.ä. noch
eßbar. Man kann sie sieben, auslesen und gründlich waschen. Im anonymen EG-Markt ist das
anders: Schädlingsbefall ist hier ein Indiz (mehr nicht!) für falsche Behandlung einer Ware zu
irgendeinem Zeitpunkt. -> Hazard Analysis Critical Control Point, HACCP-System., P
IERSON
&
C
ORLETT
1993)
Unterempfindlichkeit
: Für andere Bereiche, in denen viele Zeitgenossen ziemlich abgestumpft
sind, empfiehlt sich dagegen ein Intensiv-Training der Wahrnehmungsempfindlichkeit zum Selbst-
Schutz vor späterer Überempfindlichkeit: Schimmel- oder Milbenbefall bleibt häufig unentdeckt,
weil diese Organismen so klein sind. Viele werden mitgegessen und -getrunken, von anderen
werden die Rückstände mit der Luft eingeatmet. Weitere Pilze und Milben leben sogar am oder im
menschlichen Körper (Haut-, Darmmykosen, Krätzmilben). Sie tragen alle ganz erheblich zur
Gesamtbelastung des Immunsystems mit Reizstoffen bei. Anzeichen für Schimmel und Milben
sind feucht-muffiger Geruch von Luft, bzw. Geschmack von Lebensmitteln. Für vorbeugende
Maßnahmen wird in mehrfacher Hinsicht ein Empfindlichkeitstraining empfohlen:
- Feuchte-Management beim Hausbau, Auswahl der Baumaterialien, Zeitpunkt des Erstbezugs,
Wärmedämmung, Einrichtung
- richtige Heizung - Lüftung
- unbearbeitete Nahrungsmittel selbst frisch zubereiten und sofort essen, Obst essen / Wasser
trinken (anstelle von fertigen Fruchtsäften).
- regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
-> Toleranz, Schimmel, Verschiedenes
Erwartungen -> Bekämpfungsziele, Schadschwellen
Fallen
Wer zum Fallenstellen begabt ist und die Gelegenheit bekommt, es zu lernen, kann viele
Schädlingsprobleme giftfrei lösen. Voraussetzungen sind sehr gute Kenntnisse über die zu
fangenden Tiere, genaue Beobachtung, Einfühlungsvermögen und Übung. In diesem Bereich kann
jeder von Tieren Heimgesuchte zum Jäger werden. Aus der plumpen Bekämpfung wird dann
schnell eine spannende Angelegenheit. Es macht die Sache interessant und nimmt die Angst.
Die echten Jäger unter den "Schädlingsbekämpfern" sind leicht daran zu erkennen, daß sie die Tiere
lieben und hoch achten.
Zur ersten Befallsminderung bei Massenvermehrung und als flankierende Maßnahme sind Fallen
immer geeignet; zur Befallstilgung nur bei schwachem Befall und entsprechendem Geschick, und
nicht bei allen Arten. Bei Schaben sind sie zur Befallsüberwachung und zur Erfolgskontrolle
unverzichtbar. Zur Feststellung der Resistenz müssen Tiere in ausreichender Zahl lebend und
unversehrt gefangen werden. Dazu sind Klebefallen ungeeignet.
Es gibt Schlag-, Klebe- und Lebendfallen in zahllosen Ausführungen gegen Flöhe, Schaben,
Fliegen (Larven, Puppen und erwachsene Fliegen), Wespen, Ratten, Mäuse, ....
Vor der Aufstellung von Fallen sind die Tiere genau zu beobachten, fehlende Informationen zu
suchen, artspezifische Besonderheiten herauszufinden. Längst nicht alles ist bekannt!
Mäuse:
sind furchtbar neugierig und müssen jede Veränderung in ihrem Lebensraum sofort
untersuchen, allen vorweg das dominante Männchen (= der Familienvater). Sie laufen immer gerne