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Integrierte Schädlingsbekämpfung
MethodenAnhang A1 - 7
an oder unter irgendetwas entlang und leben in unmittelbarer Nähe der Nahrung. Mäusereviere
sind meist dreidimensional, d.h., sie gehen auch in die Höhe und sind nicht sehr groß. Die Fallen
jeden Tag ein bißchen umstellen, immer wieder verwenden; mit Mausgeruch imprägnieren, aber
nicht unbedingt mit dem des dominanten Männchen - es könnte passieren, daß untergeordnete
Individuen sich dann nicht mehr hintrauen.
Ratten:
Bei den jüngeren Ratten überwiegt schon mal die Neugier, aber die Alten sind eher
mißtrauisch und Gewohnheitstiere. Beim Laufen haben sie den Drang, ständig mit ihren
Schnurrhaaren seitlich und / oder von oben an irgendetwas anzustoßen. Zwischen Nahrung und
Versteck nehmen sie auch längere Wege in Kauf. Die Fallen für Ratten eine Zeitlang ungespannt
aufstellen, nicht anfassen, nur einmal verwenden oder in großen Zeitabständen oder auskochen,
längere Zeit im Erdreich vergraben (sofern sie aus nicht-rostendem Material bestehen).
-> Schaben, Flöhe, Mücken, Zecken
Lebendfallen für Ratten und Mäuse:
Lebendfallen für Nagetiere sind in Deutschland aus
ethischen Gründen des Tierschutzes verpönt. Diese grundsätzlich ablehnende Haltung steht in
keinem Verhältnis zu anderen Akitvitäten, die gleichzeitig toleriert werden. Beispielsweise
Zinkphosphid ist als Nagergift allgemein verbreitet und akzeptiert. Dabei entwickelt sich mit der
Magensäure Phosphor, der die Tiere qualvoll verenden läßt. Hier bleibt die ethische Verpflichtung
zur Streßvermeidung unberücksichtigt. Auch die fahrlässige Bereitstellung von Lebensräumen für
Nagetiere, die dann immer wieder getötet werden müssen, und die - objektiv gesehen - die
eigentliche Quälerei darstellt, wurde bisher vom Tierschutz "übersehen". Diese und andere
Beobachtungen legen den Verdacht nahe, daß es sich bei der ablehnenden Haltung der Tierschützer
gegenüber Lebendfallen um eine Verdrängungs-aktivität handelt. Die Entscheidung gegen
Lebendfallen für Nagetiere sollte unter Beachtung ökologischer Aspekte revidiert werden, und zwar
gesondert für verschiedene Schadensfälle, beispielsweise:
- Erste Befallsminderung bei Massenvermehrung von Ratten und Mäusen. Für Mäuse eignen
sich in dieser Situation besonders Mehrfach-Fallen, die bis zu 30 Individuen fangen können.
Demgegenüber können bei Gifteinsatz von den Kadavern anschließend hygienische Probleme
und Seuchengefahr ausgehen, aber auch Geruchsbelästigung und Befall mit Aasfauna, wie
Schmeißfliegen, Speckkäfer, Motten u.ä.. Außerdem besteht - vor allem bei falscher
Anwendung - die Gefahr der Zweitvergiftung für Nicht-Zielorganismen.
- Rattenbefall an Orten mit Kindern, Haus- und Nutztieren; Rattenfallen können Kindern Finger
brechen, und Rattengift ist gefährlich (, es sei denn, die Köder sind mit Bitrex versetzt);
Klebefallen erscheinen als das geringere Risiko.
- Unsicherheit über die Art des Tieres. Geschützte Tiere zu töten ist strafbar. Sie dürfen zwar
auch nicht lebend gefangen werden, aber das ist immerhin das geringere Risiko.
- Einzelne Ratten und Mäuse, die bei einer Bekämpfung übriggeblieben sind;
- resistente Mäuse.
Was fehlt, sind klare Anweisungen zum richtigen Umgang mit Lebendfallen, (der Kunde kann,
anstatt unter dem Geschrei des gefangenen Tieres zu leiden, lernen, das Tier schmerzfrei zu töten,
täglich mindestens einmal kontrollieren); zum streßarmen Töten von gefangenen Wirbeltieren, z.B.
mit CO2, die Verpflichtung zur Vorbeugung, um Massenbefall im Vorfeld zu bekämpfen (s.a.
Bestandsaufnahme).
Wichtig ist, die Verhältnismäßigkeiten bei der Wahl der Maßnahmen regelmäßig mit gesundem
Menschenverstand zu kontrollieren.
-> Barrieren, Schlupfwinkel, -> Beobachtungen: Verbraucher, Tierschutz
Einsatz von Fallen und realistische Ziele:
- Schaben:
Larven und Erwachsene; Befallserhebung, Massenfang, Erfolgskontrolle,
flankierende Maßnahme; (RUST
&
AL.
(1995)
S.
/331)
- Flöhe:
Erwachsene; Inspektion und flankierende Maßmahme;
- Mäuse:
alle außer Säuglingen; Massenfang; als alleinige Maßnahme meist ausreichend, -
ansonsten flankierend;