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Anhang A1 - 12
MethodenIntegrierte Schädlingsbekämpfung
... sind ganz besonders empfindliche Befallsorte. Bei Kindern, Alten, geistig und seelisch
Behinderten muß damit gerechnet werden, daß sie mit Köder, Fallen und behandelten Flächen auf
unerwartete Weise anders umgehen als Durchschnittsbürger. Säuglinge, Kinder, Alte und Kranke
sind außerdem empfindlicher als andere Bevölkerungsgruppen (BERNDT & EICHLER 1987 S.
167). Am Beispiel Deutsche Schabe in Krankenhäusern sei hier die Schädlingsbekämpfung näher
erläutert (gekürzt und verändert nach K
OEHLER
et al. in RUST
&
AL.
(1995)/310). Das Gesagte gilt
in Abwandlung auch für andere Schädlinge. Wenn in derartigen Gemeinschaftseinrichtungen i.d.R.
höhere Sauberkeitsstandards herrschen als in anderen Einrichtungen des täglichen Lebens, so
verbessert das die Einsatzmöglichkeiten für Köder, da die Tiere entsprechend weniger Schmutz zur
Nahrung finden (RUST
&
AL.
(1995)/310). Zur Vorgehensweise im Einzelnen:
- Sämtliche Schlupfwinkel versiegeln, evtl. vorher behandeln
- Befallene Hohlräume anbohren und behandeln
- Aerosole ohne Dauerwirkung: Dichtungen von Kühlschränken, Herde, Polstermöbel,
Bettrahmen, Sprungrahmen, Schubladen; alle feuchten und warmen Orte (Wäscherei,
Spülküche, Bäderabteilung). Aussparen: Kleidung, Lebensmittel, Flächen, die direkten
Hautkontakt haben; diese über Nacht tiefkühlen. Auch Essenwagen u.a. mit hohlen Teilen
über Nacht kühlen. Sämtliche Verstecke vollständig erfassen.
- Köder; alle drei Monate erneuern, solange noch Schaben da sind.
- Langfristig alle Gruppen von Wirkungsmechanismen verwenden; z.B. Karbamat, Pyrethroid,
Organophosphat, Borsäure, Silicagel, Wachstumsregler (-> Resistenz); auch verschiedene
Formulierungen und Anwendungen.
- Behandlung nach Inspektion monatlich; Inspektion öfter. Erstbehandlung sehr gründlich
- Buchführung doppelt, ein Exemplar beim Kunden. Erfaßt werden alle Giftanwendungen,
Anwendungsort, Pestizidart, Anwendungsart, Aufwandmenge und gesamt-Menge
- Befallsüberwachung vorher-nachher an mindestens 10% der Einrichtung über 24 Stunden. Ein
schwerer Befall sollte durch die Erstbehandlung um mindestens 80% verringert werden, bzw.
auf 1-5 Individuen pro Falle gesenkt werden können. Grundsätzlich muß die Bekämpfung
kontinuierlich weiterlaufen. Sie darf niemals nur zeitweilig sein.
-> Kindergarten
Indikatoren
... zur Feststellung von Befall, zur Befallsüberwachung und zum Tilgungsnachweis.
- Klebefallen, CO2-Fallen, Mehl oder Talkum aussieben,
- UV-Licht für Nagetierurin
- weiße Flächen für Flöhe (Hosenbeine) und Zecken (Tücher, über den Boden gezogen)
- Leerköder gegen Ratten, Mäuse:
- Meßgeräte für Temperatur (minimax/Waschtemperaturen) Feuchtigkeit (PCT Jun 1993,)
Geräusche,
- Raucherzeuger zur Ermittlung von Hohlräumen: Ausdehnung und Größe. Ob Rauch nach
oben steigt oder absinken soll, kann u.U. eingestellt werden.
- Austreibe-Spray sollte nach Möglichkeit vermieden werden (-> Schlupfwinkelbehandlung,
Repellentwirkung, Resistenz)
- Indikatoren für Wohngifte, Haustiere: Spinnen, Asseln, Silberfischchen, Bücherläuse sind sehr
empfindlich gegen Pestizide
- Meßgeräte: Feuchte (Hygrometer), Geräusche (Stethoskop), Temperatur (Thermometer),
Waschtemperaturen (Maximalthermometer), Hohlräume (Endoskop), Multi-Meßgeräte
(Feuchte, Temperatur, Taupunkt, Wind)
Hitze