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Integrierte Schädlingsbekämpfung
MethodenAnhang A1 - 13
... gegen Schaben, Bettwanzen, Dermestiden, Tabakkäfer, verschiedene Insekten und Milben (-
>RUST
&
AL.
(1995)
S.
329) -> Common Sense, XII / 1 Winter 1995
Information
... ist ein elementarer Bestandteil des integrierten Schädlingsmanagements; eigentlich die
Hauptaufgabe des integrierten Schädlingsbekämpfers, und das in mehrfacher Hinsicht:
- Zunächst muß sich der Schädlingsbekämpfer informieren: Wie ist der Befall? Was erwarten
die Betroffenen? manche erwarten, daß es ordentlich stinkt, während andere Angst vor
Vergiftung haben. Verfärbungen von Materialien und sichtbare Beläge sind generell
unerwünscht.
- Nach Auswertung der erhaltenen Informationen müssen die Betroffenen informiert werden.
B
ERNDT
&
E
ICHLER
1987 (S. 167) fordern bei Pharaoameisen rückhaltlose Aufklärung auch
aller passiv Beteiligten (in Krankenhäusern also auch der Patienten), um deren optimale
Kooperation zu gewinnen. Alle Beteiligte müssen beispielsweise wissen, daß sie Fallen und
Köder stehenlassen müssen. Je nach Fähigkeiten und Bereitschaft der Beteiligten können sie
am Aufstellen und Kontrollieren von Klebefallen beteiligt werden. Befallene Objekte müssen
instandgesetzt und instandgehalten werden. Wenn alternative Methoden zum Einsatz kommen
sollen, müssen die Betroffenen vorher darüber aufgeklärt werden, warum diese Methoden u.U.
langsamer wirken, und warum bei nicht-repellierenden Mitteln, z.B. gegen deutsche Schaben,
nur wenige tote Tiere zu sehen sein werden.
Erfahrungen aus Florida (K
OEHLER
et al. in R
UST
&
AL
.
(1995)
S.
293) zufolge sind ca 5-10% der
Betroffenen kooperativ. 50% bekämpfen auf eigene Faust, und ca 20% sind völlig unbelehrbar.
Bezüglich der Erwartungshaltung der Verbraucher an Sprühdosen gegen Schaben haben
Marktanalysen ergeben, daß Tiere - mit der Sprühdose angesprüht - sofort tot umfallen müssen
(=Instant Mortality). Meist wird dies schon durch das Lösungsmittel alleine erzielt.
Die Dosen enthalten i.d.R. einen knock-down-Wirkstoff mit Synergist, ein Austreibemittel und
einen Langzeitwirkstoff.
Das ist für den Anwender sehr befriedigend, aber zur Bekämpfung einer etablierten Schabenkolonie
ungeeignet.
Diese kleinen Beispiele mögen zeigen, wie immens wichtig gezielte Aufklärung ist.
Instandhaltung, Instandsetzung (= engl.: sanitation)
Das sind die Methoden, die am meisten wirken - wenn auch nicht immer allein (-> Synergismen),
allerdings auch am meisten Arbeit machen: aufräumen, saubermachen; Verstecke und Nahrung
beseitigen; tropfende Wasserhähne abdichten, sonstige Wasserquellen beseitigen; Eintrittspforten
und Schlupfwinkel abdichten.
Kälte
... ist oft sowieso schon verfügbar oder leicht erreichbar (Winterkälte, Kühlschrank, Tiefkühltruhe,
Kühlhaus, Gefriergut-Transport) und für fast alle Tiere tödlich. Besonders wenn die Abkühlung
schnell vonstatten geht und / oder in mehreren Schüben wiederholt wird. Allerdings gibt es
einzelne Arten, oder einzelne Stadien bestimmter Arten, die erstaunlich viel und große Kälte
ertragen können. Auch kommt es sehr darauf an, welche Grundtemperatur die jeweilige Population
gewöhnt ist. C
ORNW ELL
1968, S. 279, K
EMPER
1950, S. 240 (Zwischenwärmen); S
TEIN
1986, S.
56; S. 34 (Toleranz), S. 57 (Entwicklungsnullpunkte); B
ENNETT
et al 1988, S. 138 (Schaben), 220-
222 (Vorratsschädlinge: Temperatur schnell absenken) Pharaoameise: B
ERNDT
1980, BERNDT &
EICHLER 1987 S. 141. -> Lager
Kinderzimmer, Kindergarten