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Anhang A1 - 16
MethodenIntegrierte Schädlingsbekämpfung
Schädlinge geben dem Naturhaushalt Baumaterialien und Energie zur weiteren Verfügung in den
Kreislauf zurück. Sie sind - ökologisch gesehen - Anzeiger für Fehler, die Menschen gemacht
haben.
Beispielsweise die Larven der Hausmücke Culex pipiens, ernähren sich vom Schmutz in
Wasseransammlungen. Wasser und Schmutz stellt fast immer der Mensch selbst bereit.
Mückenlarven und erwachsene Mücken sind Nahrungsgrundlage für zahllose weitere Tiere.
Die meisten durch sogenannte Schädlinge verursachten "Schäden" sind - ökologisch, global
betrachtet - als nützlich einzustufen.
Ameisen, Fliegenmaden, Ratten, Mückenlarven u.a.machen sich nützlich, indem sie mikrobiell
verseuchte Abfälle und tierische Überbleibsel beseitigen. Vorratsbewohner verwerten falsch, bzw.
zu lange gelagerte, d.h. überschüssige Lebensmittelvorräte weiter. Aufgabe der Motten ist es, nicht
gebrauchte Textilien in den Naturhaushalt zurückzubringen.
Im weitesten Sinne müssen selbst Infektionskrankheiten, die ja häufig durch Tiere übertragen
werden, als höchstwirksamer Schutz vor Überbevölkerung angesehen werden.
Viele sogenannte Schädlinge sind spezialisiert auf Grenzen und Lücken im menschlichen
Lebensraum. Die Fähigkeit zur Massenvermehrung, nächtliche Lebensweise, unvorstellbare
Bescheidenheit gepaart mit grenzenloser Gefräßigkeit, geringe Größe, widerstandsfähige
Dauerstadien und phantastische Überlebensstrategien helfen ihnen dabei. Viele sind bereits überall
(Milben) oder sie werden mitsamt ihren Verstecken überall hin verschleppt (Schaben, Mäuse,
Pharaoameisen u.a.).
-> Grenzen, Schlupfwinkel, Nischenmanagement
Licht
Sonnenlicht ist für empfindliche Larven schnell tödlich, z.B. Mottenlarven.
-> K
EMPER
(1950, S. 241: Eier??)
Lüften
Mit einfachem Lüften kann man viele Probleme gleichzeitig lösen.
Der Hauptzweck wird meist darin gesehen, Kohlendioxid rauszulassen, und Sauerstoff
"nachzufüllen". Gleichzeitig wird die Luft getrocknet und aufnahmefähig für neue Feuchte aus den
feuchten Ecken. Wenn sich Schadstoffe in der Luft gesammelt haben, werden auch sie durch
Lüften verdünnt.
zur Technik des Lüftens: mehrmals am Tag 5-10 Minuten diagonal lüften, danach die Luft
aufheizen. -> Feuchte
Luftdicht aufbewahren
Twist-off-Glas, Einmachglas mit Klemmbügel für Lebensmittel u.a.. -> Sauerstoff, -entzug
Mikroklima
Das heißt hier: Klima in Schlupfwinkeln von Tieren. Das kann völlig anders sein als das der
Umgebung (Temperatur, relative Luftfeuchte, Wärmestrahlung, Luftströmung, CO2 / O2-Gehalt
der Luft, ...). Bei der traditionellen Schädlingsbekämpfung wird dieser Umstand, so weit ich weiß,
grundsätzlich vernachlässigt.
Beispielsweise Rauhreif entsteht an den Kanten von Blättern durch Unterschiede von
Luftbewegungen zwischen Blattspreiten und Kanten. Dadurch ändert sich gleichzeitig Luftdruck,
Temperatur und Feuchtigkeit.
Ähnliche Unterschiede gibt es in verschiedenen Bereichen der Schlupfwinkel, die Schädlinge
bewohnen. Temperaturgradienten (= allmählich steigende oder fallende Temperaturen) bewirken
Taubildung; durch Stoffwechseltätigkeit entstehen Wärme und Feuchte; an Wasserrohren bildet