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Anhang A1 - 22
MethodenIntegrierte Schädlingsbekämpfung
Zu den Aktivitäten im Einzelnen:
- Breite, tiefe Fugen sollten zunächst mit Isoliermaterial (Werg, Glas-, Stein-, Kupferwolle o.ä.)
zugestopft werden. Eventuell kommt dazu auch Isolier-Schäum in Frage, wenn er gegen
Nagetiere mit einem Bitterstoff ungenießbar gemacht werden kann (beim Hersteller
nachfragen). Breitere Risse vorher mit Mörtel oder Zement füllen; Mörtel gegen Nager mit
Glasscherben oder Draht gemischt.
- Da es sehr viele verschiedene Arten von Dichtmassen gibt, unbedingt die Gebrauchsanweisung
beachten. Manche sind brennbar und hautreizend, oder setzen bei der Verarbeitung
gesundheitsschädliche Dämpfe frei. Die Vorbereitung der Flächen zur Abdichtung nach
Gebrauchsanweisung ist das Wichtigste, um den Erfolg der Maßnahme zu sichern: Staub, Fett,
alte Dichtmassenreste und Farbe sollte gründlich entfernt werden; Reinigung mit Wasser oder
angegebenem Lösungsmittel; ggf. aufrauhen oder grundieren
- Dichtmaterial entsprechend den jeweiligen Anforderungungen auswählen (beständig gegen
Hitze, Feuchtigkeit, dauerelastisch, ...). Dichtmassen auf Ölbasis (Fensterkitt) sind starr und
nicht sehr haltbar. Acryl-Latex auf Wasserbasis ist leicht zu verarbeiten und trocknet schnell.
Manche können sehr bald überstrichen werden. Butyl-Gummi dichtet sehr gut und ist
nässebeständig. Silikon, ein gutes Vielzweck-Material, ist dauerelastisch, leicht auszubringen,
haftet gut auf fast allen Untergründen und ist beständig gegen Feuchtigkeit und UV-Strahlung,
für Risse bis 0,5 cm. Silikon-Acryl-Latex ist für Innen- und Außenbereich geeignet. Die
meisten Dichtmassen sind durchsichtig, manche werden in verschiedenen Farben angeboten.
- Bürsten entlang der Unterseiten von Türen:
Superseal
; Killgerm
- Holz, Stein, Metall, Putz, Farbe
- Wenn Schlupfwinkel bereits befallen sind, oder wenn Wiederbefall sehr wahrscheinlich ist, mit
Pestiziden vorbehandeln. Rohrdurchlässe, hinter Putz, hinter Fußleisten; Fliesen - ein
rückwärts offenes Hohlraumsystem.(N
ATIONAL
P
EST
C
ONTROL
A
SSOCIATION
(1992), A
RMED
F
ORCES
P
EST
M
ANAGEMENT
B
OARD
(1993); -> Bauschäden, Befallsorte,
Schlupfwinkelbehandlung im Anhang Pestizide ; Feuchte
Schmutz
... bietet Nahrung und Lebensraum für Schädlinge. Er saugt Feuchtigkeit auf und hält sie fest.
Auch bremst er Luftbewegungen. Staubablagerungen und Fettbeläge saugen weiterhin zur
Bekämpfung gedachte Gifte auf, verringern deren Wirksamkeit und vergrößern das
Kontaminationsrisiko unnötig. Schmutzbeseitigung gehört daher bei jeder Schädlingsbekämpfung
immer automatisch dazu. Der Schädlingsbekämpfer muß entscheiden, ob Schmutz vor oder nach
einer Bekämppfung beseitigt werden soll. Bei starkem / altem Befall ist es u.U. sinnvoll, den
Schmutz erst nach der Erstbehandlung zu beseitigen. In diesem Fall muß der Schmutz bei der
Auswahl der Mittel berücksichtigt werden; die anschließende Reinigung wird zum festen
Bestandteil der Bekämpfung und muß auch vom Schädlingsbekämpfer gemacht werden.
Kontaminierter Schmutz muß als Sondermüll angesehen werden.)
Wer selbst nicht zur Reinigung in der Lage ist, kann jemand damit beauftragen. Auch der
Schädlingsbekämpfer kann sich darum kümmern, evtl. in Zusammenarbeit mit einer
Reinigungsfirma. Wo die Beseitigung des Schmutzes nicht möglich ist, kann und darf keine
Schädlingsbekämpfung gemacht werden. Mangelhafte Sauberkeit ist in den wenigsten Fällen böse
Absicht, sondern i.d.R. lediglich ein Zeichen dafür, daß irgendetwas schiefläuft. Manche Menschen
müssen erst lernen, sauber zu machen. Andere sind überfordert.
Kot von Schädlingen bei stärkerem oder altem Befall ist eine Sonderform von Schmutz, die
besonders berücksichtigt werden muß: Schabenkot ist fast immer in unzugänglichen Hohlräumen
und saugt eingebrachte Insektizide möglicherweise soweit auf, daß diese nicht wirken können.
Taubenkot stellt ein erhebliches hygienisches Risiko dar und muß vor der Beseitigung desinfiziert
werden. -> Grenzen, Staub