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2 - Anhang A2
Insektizide & Akarizide
Integrierte Schädlingsbekämpfung
große Bedeutung erlangten. Hauptsächlich wurden
Arsen
verbindungen, daneben aber auch
Tallium, Antimon, Selen, Quecksilber
und
Bor
verbindungen verwendet. Alle diese
anorganischen Verbindungen sind weitgehend stabil. Dies ist ein Unterschied gegenüber vielen
neueren organischen Insektiziden. Nachteilig ist, daß fast alle für Warmblütler toxisch sind
(Ausnahme: Silica Aerogel).
Anorganische Wirkstoffe
... Chemikalien - Elemente oder Verbindungen - meist ohne Kohlenstoff. Diese Gruppeneinteilung
hat nichts mit dem Wirkungsmechanismus zu tun.
Borsäure
,
Kryolite
,
Schwefel
,
Silikagel
; Schwermetalle;
Arsen
,
Thalliumsulfat
; Gift- und
Stickgase:
Blausäuregas, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Phosphingas, Stickstoff
Antibiotika
Nervengifte, Glycoside; Avermectine:
Avermectin, Ivermectin
tötet Vitamin-K-produzierende Symbionten i.d.Darmflora von Nagern:
Sulfachinoxalin
Atmungsgifte, Sulfonamide:
Sulfluramid
Antikoagulantien -> Nagetiergifte
Atemgifte
... sind alle Gifte, die entweder gasförmig sind, oder die verdampfen und dann eingeatmet werden;
das hat nichts mit dem Wirkungsmechanismus zu tun. -> Verdampfung; -> Eintrittspforten /
Atemgifte)
Atropin
Alkaloid aus Atropa belladonna (Tollkirsche), Hyoscyamus niger (Bilsenkraut), Datura stramonium
(Stechapfel); hemmt Acetylcholin kompetetiv, ohne dessen Freisetzung zu beeeinträchtigen;
(K
USCHINSKY
&
L
ÜLLMANN
1987, p.70)
Avermectine
Lactonglycoside, Nervengifte (auf gamma-Aminobuttersäure an inhibitorischen Synapsen, dämpfen
das Zentralnervensystem) z.B.
Abamectin, Ivermectin
; aus einem Boden bewohnenden
Bakterium Streptomyces avermitilis. leicht abbaubar, nicht besonders mobil und keine
Bioakkumulation (C
OATS
1994, p.504). -> Q
UARLES
1991
Azadirachtin-> Niem
Bacillus thuringiensis
... in Bazillus (= Familie von Mikroorganismen), der gezielt Schmetterlingsraupen abtötet; zuerst
entdeckt in toten Mehlmottenlarven (B
ECKER
1986, S. 69); seit mehr als 30 Jahren gegen
Schadschmetterlinge (z.B. Maiszünsler) erfolgreich.
Bacillus thuringiensis israelensis (BtI)
Die Sporen dieser Mikroorganismen, die im Wasser leben, werden von Mückenlarven gefressen.
Sie enthalten einen Eiweißkörper, der mit den Verdauungsenzymen im Mückendarm zersetzt wird.
Die Abbauprodukte lagern sich gezielt an die Darmzellen an und bringen diese zum Platzen.
Deshalb ist Bacillus thuringiensis israelensis für Mückenlarven hochgiftig. Es wirkt hier also nicht