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Integrierte Schädlingsbekämpfung
Insektizide & Akarizide
Anhang A2 - 3
der Bacillus selbst, sondern nur das von dessen Dauerstadien gebildete Eiweißprodukt, das nur
wenn es von Mückenlarven gefressen wird, im Darm zum tödlichen Wirkstoff für Mückenlarven
wird.
Benzylbenzoat
... hauptsächlich als Konservierungsmittel im Einsatz, außerdem neuerdings auch gegen
Hausstaubmilben, verhindert Befall mit Schimmelpilzen und Mikroorganismen; wird aus dem Harz
eines peruanischen Baumes Myroxylon balsamum var. pereira gewonnen. Das Harz wurde seit
1853 gegen Krätzmilben verwendet, der reine Stoff wurde 1912 zuerst isoliert. Benzoate
beeinflussen in erster Linie die Permeabilität der Zellmembranen, greifen aber auch in den
Zitratzyklus (= Zellatmung) ein. Sie wirken besser in saurem Milieu (R
EIß
1989, S. 195f; weitere
Informationen: S
ELLENSCHLO
1992, dpS 10, S. 223; O
LKOWSKI
,
D
AAR
&
O
LKOWSKI
1992,
Common Sense Pest Control VIII(1), S. 14/15)
biologische Schädlingsbekämpfungsmittel
BtI (= Bacillus thuringiensis var. israeliensis, B. sphaericus, Nematoden-, Schimmelpilzarten,
Schlupfwespen, Raubfliegen, alle Räuber (s.a.: Anhang A1 Methoden)
Biphenyle -> Organohalogene
Blausäure, Cyanogas, HCN
Giftgas, Zelluläres Atmungsgift (Cytochrom-a-Inhibitor), extrem giftig für Warmblütler; völlig
unspezifisch. löst sich in Feuchtigkeit. Bei feuchten Wänden z.B. freiliegendes Lavagestein
persistiert (= bleibt) es dann Tage oder Wochen; wird von Gestein, z.B. Ytong absorbiert (=
aufgesaugt);
(i.Ggs zu Methylbromid, das sich aber an Fett anlagert)
; ist leichter als Luft und leichter als
Methylbromid; erreicht auch Mottenlarven und -puppen in Gespinsten.
Borsäure
Zellgift, (greift in den Krebszyklus der Atmungskette ein), nur als Fraßgift wirksam, sehr stabil;
(R
EIERSON
Dec 1994, mündl. Mitt: schlechter Transport durch die Biomembran; fast die gesamte
aufgenommene Menge wird mit dem Urin sehr schnell wieder ausgeschieden; deshalb trotz
Wasserlöslichkeit gering giftig für Warmblütler); wird seit Ende 19. Jahrhundert verwendet.
Von allen Pestiziden (außer Wachstumsreglern?) am wenigsten repellent; keine Anfangswirkung,
wirkt langsam, ist deshalb auch gut gegen Ameisen zu gebrauchen, bei denen ja die Königin mit
dem Gift gefüttert werden muß, bevor die Arbeiterinnen sterben. Es genügt, wenn die Tiere über
eine Lage Borsäure-Staub laufen müssen. Sie fressen das Gift dann später beim Putzen.
weiterführende Informationen: -> (Ebeling 1990), Q
UARLES
(1992f, 1993a, b, 1994, 1995)
Botanische Pestizide -> Pflanzen
bezeichnet die Herkunft aus Pflanzen und hat nichts mit dem Wirkungsmechanismus zu tun.
Alkaloide:
Atropin, Capsicain, Nikotin, Piperidin, Solanin, Scopolamin, Tomatin
; Glycoside:
Avermectine
,
Scillirosid
;
Niemextrakt
:
Azadirachtin
(-> auch Wachstumsregler),
Quassiaextrakt
,
Pyrethrumextrakt
:
Pyrethrine
; (-> auch Pyrethroide);
Rotenon
,
Ryania
,
Sabadilla
,
Zitrusschalenextrakt
:
d-Limonen, Linalool
Capsicain -> Pfefferextrakt; Pflanzen
Ein stark reizender Bestandteil des Pfeffers; ("Teufelszeug")
Chlordecon