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12 - Anhang A2
Insektizide & Akarizide
Integrierte Schädlingsbekämpfung
Methylbromid CH3Br
Giftgas, reagiert vor allem mit Proteinen und schädigt dadurch wichtige Stoffwechselfunktionen
(S
TEIN
1985, S. 178); 3,5 mal schwerer als Luft; farb- und geruchlos, nicht brennbar; LD50-214
mg/Kg; 2000 ppm während einer Stunde können tödlich sein; reizt Haut und Augen (T
HOMSON
1992). P
ERKOW
(1992): Aufnahme durch Einatmen und durch die Haut; bleibt 6 Monate im
Körper; oft mit Chlorpikrinsäure (gelb, stinkend) markiert; steht bei Kälte wochenlang in Räumen;
korrosiv, adsorbiert an Gerbstoff, ist dann nicht mehr giftig, stinkt aber; lagert sich an Fett an;
Flugzeugbegasung mit Methylbromid gegen Schaben dauert mit 13h Lüften insgesamt ca 24h
(Raumtemperatur vorausgesetzt; in der traditionellen Schädlingsbekämpfung oft das geringste
Übel: PH3 dauert wesentlich länger, Blausäure oxidiert bei hoher Luftfeuchte und schädigt die
Elektronik, Ethylenoxid ist explosiv, D
ÖRNEMANN
1987, mündl. Mitt.). In neuerer Zeit wird
fieberhaft nach Alternativen gesucht, da Methylbromid wegen Schädigung der Ozonschicht nicht
mehr verwendet werden soll. CO2 oder N2, oder auch Hitze kommen in Frage. (-> Common Sense
IX,2,1993)
Weiterführende Literatur -> D
AAR
(1993), Quarles (1993c)
M
IKROKAPSEL
-P
RÄPARATE
(->
Anhang A5 - Pestizid-Anwendung)
-
Pyrethrum
;
PT 170
(1,1%),
PT 170A
(0,3%), Whitmire
- Organophosphate:
-
Chlorpyrifos
;
Empire 20
, DowElanco,
- -
Diazinon
;
Knoxout-2FM
, -
PT 265
, elf atochem, Whitmire,
- -
Fenithrothion
;
Detmol mic
, Frowein,
- Pyrethroide:
-
Cyfluthrin
;
PT 600
, Whitmire,
-
Lambda-Cyhalothrin
;
Demand CS
, Zeneca,
Zu prüfen wäre u.U. eine Mikroverkapselung von Niemextrakt oder Azadirachtin.
Natrium Fluorosilikat
-> T
HOMSON
1992, S. 127, C
ORNWELL
1976 S. 205
Naturstoffe
Wenn die Menschen Schädlingsbekämpfungsmittel aus Naturstoffen ihrer direkten Umgebung
selbst erzeugen können, fördert das ihre Unabhängigkeit, was generell wünschenswert ist.
Allerdings setzt der richtige Umgang damit dieselben Vorkenntnisse wie der Umgang mit
industriell hergestellten Chemikalien voraus. Naturstoffe können genauso gefährlich werden oder
harmlos sein wie synthetisch hergestellte Stoffe -> C
OATS
(1994). Beispielsweise:
- Brennesseljauche, ein vielgepriesener Naturstoff, ist ein völlig unkontrollierbares Gemisch, das
widerum hochtoxische Fäulnisprodukte in wechselnder Konzentration und Zusammensetzung
enthalten kann (S
CHMUTTERER
, ca 1989, mündl. Mitt.).
- Nikotin ist für Menschen viel giftiger als zahlreiche synthetische Pestizide
Beispiele für Naturstoffe mit insektizider Wirkung sind:
Pflanzenextrakte
,
Kieselerde
,
getrockneter
Lehm
und
Ton
,
Salatöl
,
Schmierseife.
-> Nikotin, Niem, Pfeffer, Pflanzen
Außerdem sollen Knoblauch und Hefe - regelmäßig und rechtzeitig vor Ausbruch der Plage
eingenommen - angeblich die Empfindlichkeit für Insektenstiche herabsetzen. Über die Vorteile
einer Calciumeinnahme, die vereinzelt ebenfalls empfohlen wird, gehen die Ansichten der Experten
weit auseinander.