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14 - Anhang A2
Insektizide & Akarizide
Integrierte Schädlingsbekämpfung
Öl -> auch Pflanzenöle
Winteröle (Viskosität 90-150 Sekunden) und Sommeröle (Viscosität 65-90 Sekunden) töten auch
Eier von Schaben in Kokons ab. Öle gelten als gute Mittel der integrierten Schädlingsbekämpfung,
da sie auf Räuber und Parasiten nur gering wirken. Insekten ersticken mechanisch; daher ist die
Wahrscheinlichkeit der Resistenz gering. Die Giftwirkung und die Pflanzengiftigkeit nimmt mit
dem Molekulargewicht zu. Öle mit sehr geringem Molekulargewicht können ebenfalls
pflanzengiftig sein. Die übliche Kohlenstoff-Kettenlänge der insektiziden Öle beträgt C20-C26.
Die insektizide Wirkung wird durch einen hohen Paraffinanteil (etwa 70%) verstärkt. Öle haben
auch Schimmelpilz-bremsende Eigenschaften, indem sie gegen Pilzkrankheiten eine physikalische
Barriere bilden. So können die Pilzhyphen nicht in die Pflanze eindringen (H
ENNENBERG
&
B
UTLER
(1990). -> T
HOMSON
(1992, S.90ff), Q
UARLES
(1992e, S. 18f), IPM Practitioner 12(8), S.
1-10.
Organohalogene -> auch Halogene
Organische Verbindungen des Chlors (chlorierte Kohlenwasserstoffe), Fluors (z.B.
Fluorkohlenwasserstoffe), Broms (z.b. polybromierte Biphenyle) und Jods (U
MWELTBUNDESAMT
1980).
Acylharnstoffe: einige Wachstumsregler; Biphenyle, werden oft durch Polyfluorierung oder
Chlorierung lange haltbar gemacht und sind schwer abbaubar.
Diflubenzuron (
Dimilin
), Flufenoxuron, Hexaflu(mu)ron, Pyriproxyfen, Tefluron, Tebuphenozid,
Triflumuron (
Starizide
, Bayer)
Chloraromaten, z.B Chlorbenzol (Ausgangsstoff für DDT, Lindan [gamma-HCH], PCP, p-
Dichlorbenzol als unerwünschtes Nebenprodukt der Chlorbenzol-Herstellung (Verwendung als
Läusemittel, sonstige Schädlinge, Mottenkugeln, Konservierung von Holz, Häuten und Fellen;
Urinsteine, Sargeinstreu). PCB-> H
ENSELING
(1992, S. 244ff).
Organophosphate
... sind Cholinesterasehemmer - zwischen Nerv und Muskel; kumulierende Enzymhemmung auch
beim Menschen; eine schon ältere Gruppe von Pestiziden, => es gibt bereits toxikologische
Erfahrungen damit; Langzeitwirkungen nicht bekannt (oder wegen Mangel an Nachfrage nicht
untersucht, S
AGUNSKI
, 1994, schriftl. Mitt.); Hoher Dampfdruck, Löslichkeit, Giftigkeit,
Cholinesterasehemmung, => chronische Wirkung. Problematisch sind die Giftigkeit, Dampfdruck
und Eindringen in poröse Materialien als Emulsion oder Gas.
Acephat, Azamethiphos,
Bromophos, Chlorpyrifos, Diazinon, Dichlorvos, Dimethoat, Dioxathion, Fenitrothion,
Fenthion, Heptenophos, Jodfenphos (= Iodofenphos), Malathion, Naled, Parathion, Phoxim,
Pirimiphos, Pirimiphos-Ethyl, Pirimiphos-Methyl, Propetamphos, Trichlorfon
Diazinon
als Spray, Pulver, Mikrokapseln, Emulsion; stinkt und ist sehr giftig, wird an der Luft schnell abgebaut;
Chlopyrifos
etwas weniger giftig, verdampft auch nicht so schnell und hält ziemlich lange;
Dichlorvos
stark
verdampfend und giftig;
Naled
, z.B. Bromex, Dibrom, Chevron 1960;
Propetamphos
, nicht repellent;
Trichlorfon
,
in Alkali Umwandlung in Dichlorvos
"Panzerknacker"
Der Insektenpanzer ist außen von einer bimolularen Lipidschicht (hauchdünner Fettfilm) bedeckt,
die das Tier vor dem Austrocknen schützt. Die sogenannten "Panzerknacker" schädigen diese
Schicht auf verschiedene Arten:
- Absaugen, Atemöffnungen verstopfen, Austrocknen:
Silikagel, Kieselerde, Aktivkohle
(T
ARSHIS
1967, E
BELING
1971). Diese Gruppe kann nur bei relativer Trockenheit wirken. In
feuchtigkeitsgesättigter Umgebung trocknet kein Insekt aus; wohl aber, wenn es einige Zeit
später doch in eine trockene Umgebung gelangt.
- Aufweichen, Atemöffnungen verstopfen, Austrocknen:
Fette
und
Öle
(s.o.). Diese Gruppe
kann auch Eier in Eikapseln (Ootheken der Schaben) Abtöten.