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24 - Anhang A2
Insektizide & Akarizide
Integrierte Schädlingsbekämpfung
Synergismus -> Methoden: Synergismen
(griech.: zusammen wirken)
1. gemeinsames Wirken von verschiedenen Stoffen / Aktionen. Hier gibt es noch viele
Wissenslücken. Wirkstoffe können - richtig kombiniert, in homöopatischen Konzentrationen
hochwirksam sein. Bei Kombination von Stickgasen (Kohlendioxid, Stickstoff), Pestizid (Silikagel
oder Borsäure) und Wärme reichen minimale Mengen der jeweiligen Bestandteile zur Bekämpfung
aus und brauchen auch nicht akut tödlich zu sein. Wegweisende Anhaltspunkte finden sich bei
M
UELLER
&
M
UELLER
(1993). Bereits krankmachende Mengen bewirken Verhaltensstörungen, die
nach kurzer Zeit tödlich wirken (R
EIERSON
1993, mündl. Mitt.).
Weiterführende Literatur: E
BELING
(1990, 1994c, 1995), M
UELLER
,
D.K.
&
M
UELLER
,
J.B. (1993). -> Sauerstoff; Anhang A1, Methoden
2. In der traditionellen Schädlingsbekämpfung mit einseitigem Stoff-Denken sind Synergisten
(s.u.) chemische Stoffe, welche die Wirkung anderer chemischer Stoffe verstärken.
Synergisten
"Wirkungsverstärker"; allgemeiner Ausdruck für Stoffe, die die Wirkung von Pestiziden verstärken,
selbst aber als unschädlich gelten (z. B. (->) Piperonylbutoxid). Die pestiziden Wirkstoffe selbst
können damit in viel geringerer Konzentration eingesetzt werden und bleiben länger wirksam. Das
spart auf jeden Fall Wirkstoffe ein.
Einige alte und "neue" Synergisten:
-
Kohlendioxid
(CO2) veranlaßt Insekten, ihre Atemöffnungen weit zu öffnen. Da andere Gifte
so besser eindringen können, wirken diese dann schneller und in geringeren Konzentrationen,
wenn man ein wenig CO2 zusetzt (M
UELLER
&
M
UELLER
1993).
-
Piperonylbutoxid
hat eine eigene insektizide Wirkung und ist auch dauerwirksam und
repellierend; z.B. gegen Pharaoameisen ein ausgezeichnetes Repellent (B
ERNDT
&
E
ICHLER
1987, S. 157)
-
S421
ist hochgiftig (für Ratten) und verdampft leicht
-
Sesamex
-
Sulfoxide
(P
ERKOW
1992)
Beispielsweise Pyrethroide wirken in Verbindung mit Synergisten auch bei Wärme (C
ORNWELL
1979, S. 390). -> Methoden / Synergismen
Treibmittel
Bis vor einigen Jahren wurden dazu Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe verwendet, die wegen
Schädigung der Atmosphäre nicht mehr verwendet werden sollen. Neuerdings wird oft CO2 oder
Druckluft verwendet. Druckluft hat den Vorteil, daß sie unbegrenzt zur Verfügung steht.
Allerdings kann der darin enthaltene Sauerstoff die Haltbarkeit des Materials verkürzen.
Verdauungs-, Stoffwechselgifte -> Eintrittspforten / Fraßgifte: aus Pestizide
Diese Gruppeneinteilung bezeichnet die Aufnahme durch Fraß. Das hat nichts mit dem Wirkungsmechanismus zu tun.
Vitamine
Cholecalciferol/Vitamin D3, z.B.
Quintox
, Bell Lab´s Inc. (-> Rodentizide); Vitamin K, Antidot
bei Antikoagulantienvergiftung (-> Rodentizide)
Wachstumsregler:
greifen in das Wachstum oder die Geschlechtsreifung ein. Beides ist bei Gliedertieren völlig anders
organisiert als bei Wirbeltieren und hochempfindlich. Wachstums-"regler" verhindern das
Erwachsen-werden, die Häutung, oder bremsen allgemein die Entwicklung von Gliedertieren.