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28 - Anhang A2
Insektizide & Akarizide
Integrierte Schädlingsbekämpfung
Limonen und Linalool berichteten H
ENN
und W
EINZIERL
(1989) von Reizungen der Haut, Augen
und Schleimhäute bei äußerer Anwendung an verschiedenen Labortieren. Auch fanden sie, daß bei
hohen und mäßigen Dosen Tremor, Schweißausbrüche, Koordinations- und Muskelschwäche
auftreten konnten. Allerdings gingen diese Symptome selbst bei hohen Konzentrationen innerhalb
einiger Stunden oder Tage wieder zurück, und die Tiere erholten sich vollständig. Auch
bestimmungsgemäße Anwendung kann bei Katzen vereinzelt für bis zu einer Stunde zu geringem
Tremor und Schweißausbruch führen. Limonen förderte Mäusen auf entsprechend sensibilisierter
Haut die Tumorbildung. Linalool wirkt mehr systemisch denn als Hautirritans.
Wenn auch wahrscheinlich die allermeisten Haustiere Zitrusöl mit EPA-Zulassung ohne
Nebenwirkungen vertragen, so legen diese Laborberichte doch die Voraussicht nahe, vor der
Behandlung des ganzen Körpers das Produkt auf einer kleinen Hautpartie auszuprobieren. Brechen
Sie die Behandlung ab, wenn das Tier eine Nebenwirkung zeigt.
Limonen und Linalool sind zur Zeit (in den USA) nur gegen Flöhe, Blattläuse und Milben
zugelassen. Es hat sich aber gezeigt, daß sie auch gegen bestimmte Ameisen, Stubenfliegen,
Wadenstecher und Heimchen wirken. In einem Versuch mit pürrierten Zitrusfrüchten waren alle
Fruchtfliegen innerhalb von 15 Minuten erstarrt und nach zwei Stunden tot. Fliegen auf
unzerkleinerten Zitrusfrüchten zeigten nach zwei Stunden keine Veränderung. Vorversuche mit
Zitrusölen an argentinischen Ameisen in Kalifornien zeigten, daß diese sofort und sehr stark toxisch
wirken, obwohl sie schnell abgebaut werden. Obwohl also Zitrusöle bis jetzt nur gegen Flöhe,
Milben und Blattläuse eingesetzt werden, haben sie ein hohes Potential für eine breite Anwendung,
incl. der Anwendung in Ställen und gegen Ektoparasiten, Begasung von Lebensmittelbetrieben und
zur Schädlingsbekämpfung im Wohnbereich.
-> d-Limonen, Linalool