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8 - Anhang A4
Anwendungstechnik - Pestizide
Integrierte Schädlingsbekämpfung
wasserlösliche Sprudeltabletten
Brausetabletten (Vitamintabletten, Aspirin u.v.m.) lösen sich unter Freisetzung von
Kohlendioxid
(CO2) auf. Das kann benutzt werden, um Insekten zu betäuben oder zu töten, wenn kein
Tiefkühlgerät vorhanden ist (beispielsweise auf Reisen).
Ausnahme: Gebißreiniger; hier wird Sauerstoff freigesetzt.
-
Kohlendioxid
zum Mäusetöten mit der Lebendfalle
PUR Mouse-Tab´s
, Purissima, A. Diese
Tabletten setzen lediglich CO2 frei und enthalten keine weiteren Wirkstoffe.
- Lufenuron
, ein gegen Insekten verwendeter Wachstumsregler, wird ebenfalls als
wasserlösliche "Sprudeltablette" angeboten. Dies ist insofern eine gute Idee, als es das
Ansetzen von Lösungen aus Konzentraten weniger riskant gestaltet (200mg/Tablette;
Instar
,
Ciba Geigy, CH; Killgerm).
Pestizid-Anwendung; Ausbringungsverfahren, -geräte
Köder, Schäumer, Schlupfwinkelbehandlung, Stäuben: Die Methoden, die sich zur Ausbringung
der jeweils benötigten, minimalen Mengen eignen, sind samt und sonders noch
verbesserungsbedürftig, teilweise unausgereift. Es gibt noch große Spielräume für
Neuentwicklungen. Darin liegt natürlich gleichzeitig das Problem für den Praktiker. Wenn er ein
teures Gerät kauft, erwartet er lange Haltbarkeit und Zuverlässigkeit. Zum Glück können diese
kleinen Mengen vielfach auch mit einfachen Geräten ausgebracht werden.
Köderverfahren
Dies ist bei korrektem Einsatz mit großem Abstand die am wenigsten umweltbelastende Methode
zum Töten von Tieren im menschlichen Nahbereich, gewissermaßen die Lieblingsmethode der
integrierten Schädlingsbekämpfung im nicht-agrarischen Bereich.
Köderverfahren können soweit optimiert werden, daß nur diejenige Giftmenge verbraucht wird, die
notwendig ist, um die vorhandenen Tiere zu töten. Die gesamte verbleibende Menge kann nach
Abschluß der Behandlung durch einfaches Einsammeln der Köderreste und toten Tiere komplett
entfernt werden.
Eine große Einschränkung muß allerdings unbedingt beachtet werden:
Der Einsatz von Köderverfahren setzt volle Kooperationsbereitschaft aller
Beteiligten voraus. Fraßköder dürfen nur dort angewendet werden, wo die
gesamte mögliche Alternativnahrung vollständig beseitigt werden kann. Eine
Tiefenreinigung befallener Objekte gehört dazu und muß auch nach Abschluß
der Behandlung erhalten bleiben. Oberflächliche Sauberkeit genügt nicht.
Diese Forderung kann nicht groß genug geschrieben werden, da sie in der Praxis so oft mißachtet
wird. Als Ergebnis sind Mißerfolge und Frustrationen an der Tagesordnung.
Das Management der ökologischen Nischen ist unabdingbare Voraussetzungen für den
Behandlungserfolg. Die Anforderungen an den Schädlingsbekämpfer sind hier völlig anders als bei
einer traditionellen "Ausspritzung". Er muß die Kunden umfassend aufklären. Dabei genügt es
nicht, die Aufklärung als Punkt auf einer Checkliste abzuhaken; vielmehr müssen die Nutzer der
befallenen Objekte wirklich begreifen, worum es geht. Der Schädlingsbekämpfer muß also
sozusagen zum Lehrer werden. Die Hersteller von Ködern sind hier besonders gefordert. Es gibt
bereits wegweisende Ansätze. Beispielsweise zum MaxForce Köder gibt es in den USA bereits
Handzettel als Kundeninformation (A
MERICAN
C
YANAMID
, o.J.). Für Köderverfahren gilt auch,