Seite 265
14 - Anhang A4
Anwendungstechnik - Pestizide
Integrierte Schädlingsbekämpfung
Druck. Die Tröpfchengrößenverteilung und das Sprühmuster sind genau definiert. Das kann
sich bereits durch einen einzigen Aufschlag der Düse auf dem Erdboden ändern.
- Das richtige Sprühen ist eine Kunst: Der Abstand der Düse von der einzusprühenden Fläche
muß gleichbleibend genau eingehalten werden. Außerdem muß sie mit ständig
gleichbleibender Geschwindigkeit weiterbewegt werden und abrupt gestoppt werden, sobald
das Ende der einzusprühenden Fläche erreicht ist. Das widerspricht völlig den harmonisch
schwingenden Bewegungsabläufen des menschlichen Körpers und ist deshalb sehr
anstrengend. Auch erfordert diese Arbeit höchste Konzentration, wenn sie richtig durchgeführt
werden soll.
- Vorgesehen ist das Einsprühen "bis zum Ablaufpunkt", d.h. bis zu einer Menge, bei der der
allererste Tropfen eben abläuft. Ist der Druck zu hoch, so entstehen sehr kleine Tröpfchen, die
stark von der eingesprühten Fläche zurückprallen und lange Zeit in der Luft bleiben. Ist der
Druck zu niedrig, entstehen wenige große Tropfen, die sogleich ablaufen. In diesem Fall
sammelt sich das Gift in Form von Pfützen am Boden, während die senkrechten Flächen nicht
ausreichend benetzt werden. Vorversuche mit Wasser auf Papier, Fliesen und anderen
Unterlagen sind dringend anzuraten und jedem, der dies liest, herzlich empfohlen.
- Die feinen Öffnungen der Sprühdüsen verstopfen leicht, vor allem bei der Arbeit mit den
risikoärmeren wasseraufschwemmbaren Pulvern. Auf keinen Fall dürfen die Düsen mit Metall
bearbeitet werden. Mit einem Zahnstocher, Zahnbürste o.ä. nur von außen nach innen
freimachen, um die Öffnung nicht zu beschädigen. Eine Reinigung ist auch mit Luftdruck
möglich.
- Mit der Zeit verschleißen die Sprühdüsen. Durch Abrieb ändern sich sowohl die
Ausstoßmenge, als auch die Tröpfchengrößenverteilung und das Sprühmuster. Zur
Überprüfung sollte die Ausstoßmenge pro Minute mit Stoppuhr und Meßbecher regelmäßig
überprüft werden.
Übersicht über Partikelgrößenverteilung: H
INDS
(1982)
Behandlung des Sprühgerätes:
- In der
Theorie
: Täglich und nach jedem Arbeitsgang die Spritze reinigen (d.h.
auseinandernehmen und alle Teile dreimal spülen, das Spühlwasser für den nächsten Tag
sammeln; Gerät über Nacht zum Trocknen aufhängen. Einmal in der Woche die Dichtungen
überprüfen und mit Öl einreiben, Pumpe einfetten.
- Und hier die "bewährten"
Optionen der Praxis
: Entweder hat jeder Mitarbeiter seine eigene
Druckspritze, oder der Betrieb hat für jedes Präparat eine Druckspritze. Die Spritzen werden
bis zum Rand gefüllt und immer nur dann nachgefüllt, wenn sie leer geworden sind.
(Reinigung, Wartung, Pflege ?????)
Weiterführende Literatur über die traditionelle Pestizidanwendung: M
ATHEWS
(1979), T
HORNHILL
(1984)