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Ameisen / Anhang B1
2Integrierte Schädlingsbekämpfung
Nahrung finden und nicht gestört werden, kommen sie natürlich immer wieder. Das Nest ist
aber draußen. Diese Ameisen sind meist dunkelbraun-schwarz. Diese Arten gibt es in
Südeuropa wesentlich häufiger.
- Geschlechtstiere: Ameisen mit Flügeln, erscheinen irgendwann im Sommer schlagartig
massenweise und nur für kurze Zeit; verschwinden so plötzlich, wie sie gekommen sind. Für
Nahrung interessieren sie sich nicht im geringsten. Das sind die frischgeschlüpften
Geschlechtstiere (Männchen und Weibchen / Könige und Königinnen) auf dem Weg zum
Hochzeitsflug. Die sind völlig harmlos. Meist sind sie draußen.
- Nest im Haus: Schwieriger wird die Situation, wenn die geflügelten Ameisen im Haus
auftauchen. Das deutet darauf hin, daß auch das Nest im Haus ist. Arbeiterinnen ohne Flügel
im Haus, den ganzen Sommer über und sehr selten auch im Winter; zeitweise auch mit
Flügeln; besonders an Süßem. Die Tiere gehen zu einem Mauerloch ein und aus, das sich
nicht nach außen fortsetzt. Hier ist das Nest im Haus; verschiedene Arten kommen dafür in
Frage. Holz bewohnende Ameisen können in Häusern beträchtlichen Schaden anrichten.
- Pharaoameisen: Winzig kleine gelbliche Ameisen, die das ganze Jahr über im Haus leben, und
die nicht nur Süßes, sondern auch Fleisch, Wurst u. ä. wegtragen. Das sind sehr
wahrscheinlich Pharaoameisen, möglicherweise ein großes Problem. Pharaoameisen (engl.:
Pharaoh ants) sind in Krankenhäusern und Heimen zu fürchtende Schädlinge, indem sie Keime
verschleppen und sich von menschlichem Gewebe und von Körperflüssigkeiten ernähren.
Jäger legen die Schädel erlegter Tiere zum Säubern in die Ameisenhaufen. Nach einiger Zeit sind
sie blitzblank abgenagt.
4. Schaden, Gesundheitsgefahren
Fast immer sind die Ameisen in unseren Breiten nur lästig. Daß sie stechen oder beißen, kommt bei
den typischen mitteleuropäischen Hausgast-Ameisen so gut wie nie vor.
Allein die Pharaoameise kann sehr gefährlich werden, wenn sie in Krankenhaus, Altenheim oder
Kinderheim auftaucht, denn die Kleinheit dieser Ameisen übersteigt die menschliche
Vorstellungskraft: Sie dringen leicht in Behälter ein, die von Menschen als "dicht" angesehen
wurden, z.B. unter die Deckgläser von mikroskopischen Präparaten, unter die Deckel von
Petrischalen, in Infusionsschläuche u.a. Da sie so sehr klein sind, dringen sie fast überall
ungehindert ein. Pharaoameisen laufen und fressen auch an hinfälligen Personen. Sie schleppen
zahlreiche Krankheitserreger an ihren Füßen mit.
In wärmeren Ländern gibt es wesentlich mehr Ameisen (M
ÀRQUES
1967).
5. Stellung im Tierreich und Artenzahl insgesamt:
Niemand weiß, wieviele Ameisenarten es weltweit gibt, schätzungsweise 12000 - 14000 Arten
weltweit. Derzeit sind etwa 7600 Ameisenarten bekannt. Mit großem Abstand die meisten
Insekten auf der Welt sind Ameisen. Es gibt - grob geschätzt - immer etwa 1 000 000 000 000 000
(= eine Quadrillion) Individuen dieser Gruppe auf der Erde; das sind etwa 0,1% aller Insekten. Die