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Ameisen / Anhang B1
4Integrierte Schädlingsbekämpfung
8.2. Behandlung indirekt:
Wenn das Nest außerhalb des Hauses liegt, genügt es u.U. den Ameisen den Weg abzuschneiden ( -
> Barrieren). Im Haus ablenken mit Zucker: Kristalle an den Eingang streuen oder Zuckerwasser
neben die Ameisenstraße stellen.
Mancher der hier folgenden Ratschläge ist nur in bestimmten Lebenlagen brauchbar. Auch kann
die Aufzählung nur eine Auswahl sein. Wer für all das keine Zeit hat, dem bleibt es unbenommen,
umzuziehen oder sich an die Gesellschaft der Ameisen zu gewöhnen.
Bei starkem Befall können einzelne gefährdete Objekte durch ( -> ) Barrieren zeitweilig geschützt
werden, indem man z.B. die Bereiche mit Bodenkontakt mit Silikonspray einsprüht oder mit
Vaseline o.ä. einschmiert. Zur Not kann man auch Möbelfüße in Behälter mit Seifen- oder
Ölwasser stellen. Das Teil muß dann aber sonst völlig frei stehen, da den Ameisen ein
herabhängender Faden ausreichen kann, um über Nacht eine Straße dorthin zu bauen.
Für den Massenfang zum Eindämmen der Arbeiterinnen ...:
- ... ein steilwandiges Gefäß mit süßem Saft oder Zuckerwasser oder eine Kugel gutes Speiseeis
über Nacht in der Nähe des Nestes stehenlassen. Die Ameisen tragen aus dem geschmolzenen
Eis zunächst die Flüssigkeit weg und locken dabei immer mehr Artgenossen an, die schließlich
in großer Anzahl an der immer zäher werdenden Masse kleben bleiben;
- ... einen mit Zuckerwasser getränkten Schwamm auslegen. Die angelockten Ameisen kann
man am nächsten Morgen töten, indem man den Schwamm mit den daraufsitzenden Ameisen
in Seifenlauge oder kochendes Wasser taucht.
Vorratshaltung:
- Alles Süße gut verschlossen halten, bei Pharaoameisen auch eiweißhaltige Lebensmittel.
- Für die Aufbewahrung von Zucker etc. Schraubgläser mit Gummidichtung. Bei Gefäßen ohne
Dichtung können die Ameisen die Windungen entlang wandern.
- Gefährdete Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahren. Dort können die Ameisen zwar
hineingelangen, werden aber bei der Temperatur schnell unbeweglich.
- Bei starkem Befall, oder wenn der Kühlschrank nicht ausreicht, gefährdete Lebensmittel an der
Zimmerdecke aufhängen.
Eßgewohnheiten, Abfallmanagement:
- Sehr viele eßbare Abfälle können wir vermeiden, indem wir nur soviel kochen, wie wir auch
essen können und die Reste möglichst vollständig verwerten. Hier empfiehlt sich der
Ratschlag aus dem Ökoknigge (G
RIEßHAMMER
1984), den Teller mit Brot auszuwischen, anstatt
Anstandsreste darauf liegenzulassen.
- Falls ausnahmsweise eßbare Rückstände bleiben, können sie gleich zum Container gebracht
werden oder - möglichst trocken - in Zeitungspapier, Sägespänen oder Katzenstreu aufbewahrt
werden.
- Kinder können bald lernen, am Tisch zu essen, sich nur soviel auf den Teller zu laden, wie sie
essen können und ihre Teller leerzuessen. Sie lernen das allerdings wesentlich schneller, wenn
die Erwachsenen in der Umgebung der Kinder babei mit gutem Beispiel vorangehen und auch
gelegentlich "helfen". (Schließlich ist alles, was übrigbleibt, "Ameisenfutter".)