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Integrierte Schädlingsbekämpfung
5Anhang B1 / Ameisen
- Behälter von klebrigen Süßigkeiten, süßen Getränken und Milchprodukten nach dem Entleeren
gleich mitspülen, um angetrocknete Reste zu vermeiden. Am einfachsten ist es - wenn
Ameisen bereits zum Problem geworden sind - erstmal auf Süßigkeiten zu verzichten, denn an
Grundnahrungsmitteln und Mineralwasser sind sie nur begrenzt interessiert; süße Früchte
wohlportioniert beschaffen bald und vollständig verwerten. Die schmecken ohnehin besser,
solange sie frisch sind.
- Nach dem Essen Geschirr und Töpfe und sofort abspülen, auf keinen Fall schmutziges Geschirr
über Nacht offen stehen lassen.
- Essensreste in dichtschließende Behälter füllen und alles was die Ameisen gern mögen, im
Kühlschrank aufbewahren.
- Krümel von Arbeitsflächen, Eßtisch und Fußboden entfernen und ggf. mit heißem Seifenwasser
nachwischen.
- Abfälle dicht verschließen (Plastiktüte in Eimer mit dichtem Deckel; aufhängen?), häufig
entleeren, den Behälter reinigen und trocknen.
- Recyclingmaterial nur gereinigt wegstellen. Getränkeflaschen dreimal mit wenig Wasser
durchgespült, enthalten nichts mehr, was Ameisen und andere Insekten interessiert.
- Abfallbehälter an der Türklinke aufhängen.
Vergrämung: Sie soll mit Essig möglich sein (E
ICHLER
, 1992, mündl. Mitt.). Silicagel löscht
vermutlich die Duftspuren der Ameisen aus. Sie belaufen die eingestäubt Flächen nicht.
Staubschichten werden aber in kurzer Zeit abgetragen, wenn sie einer Straße im Weg liegen. Da
Ameisen auch repellierende Pestizidbeläge und scharfe Reinigungsmittel - zumindest zeitweise -
meiden, kann man sie damit vorübergehend verdrängen, ohne sie jedoch nachhaltig abzuwehren.
8.3. Bekämpfung:
Bei starkem Befall und fortgesetzten Störungen die Bevölkerungsdichte verringern, s.o. (Fallen)
In fast allen Fällen reichen diese Mittel völlig aus, um der Ameisen Herr zu werden. Schließlich
sind sie grundsätzlich auch nützlich und hilfreich. Die Frage nach einer Behandlung mit Gift, wozu
auch Backpulver und Hefe zählen, stellt sich höchstens dann, wenn die Ameisen ihr Nest in der
Wohnung haben.
Behandlung direkt, mit Ködern: Mit herkömmlichen Insektizidzubereitungen kann man Ameisen
höchstens ernten, aber nicht bekämpfen, solange die eierlegende Königin davon unbehelligt bleibt.
Die einzige Möglichkeit, ein gut ausgebildetes Ameisennest wirklich zu beseitigen, besteht darin,
jede andere Nahrungsquelle sorgfältigst auszuräumen und den Tieren dann - meist mit Nahrung
vermischt - ein Gift anzubieten, das so langsam wirkt, daß sie noch genug Zeit haben, damit zu
Hause ihre Königin zu füttern, bevor sie selbst daran zugrunde gehen. Besonders bei
Pharaoameisen ist das eine Wissenschaft für sich. (
Diese Tiere, die in der Natur von toten Insekten leben,
werden Küchenschaben jedem Köder vorziehen, solange sie noch welche finden
.)
Als Ködergifte kommen alle Wirkstoffe in Frage, die nicht repellierend wirken, z.B.: Backpulver,
Hefe, Borsäure, Hydramethylnon, Fenoxycarb, Methopren, Avermectin
8.4. Erste Hilfe bei einer Ameiseninvasion