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Integrierte Schädlingsbekämpfung
9Anhang B1 / Ameisen
- Während der Beköderung: Köderstellen und Straßen in Ruhe lassen, keine scharfen
Reinigungsmittel, Ameisen leben lassen;
- Gründe für die Vermeidung schnell wirkender und repellierender Pestizide; langsame Wirkung
von Ködergiften, Lebensdauer der Arbeiterinnen / Königinnen; langwierige Behandlung bis
zur Tilgung, Notwendigkeit der Befallsüberwachung für fünf Jahre mindestens
Befallsermittlung mit roher Leber über Nacht, numerierte Köderplätze, Köder, exakte Buchführung;
Kontrolle mit Lupe! und Taschenlampe; gleichzeitig andersartigen Schädlingsbefall ermitteln:
Schaben, Motten, Flöhe, Zecken, Bettwanzen, Nagetiere.
9.6.2. Kälte
- -3°C tötet Arbeiterinnen am dritten Tag zu über 99%; Königinnenpuppen zu 10-30% und in 6-
8 Tagen vollständig.
- Bei +3°C nach vier Tagen sind die Kolonien noch zur Geschlechtstieraufzucht fähig.
- Bei +8°C dauert die Behandlung länger:
- 9 Tage stark schädlich für die erwachsenen Arbeiterinnen, wenig schädlich für die Brut,
100%ige Erholung;
- nach 18 Tagen bei Zugabe von Arbeiterinnen noch 75% erholungsfähig;
- 23 Tage zum vollständigen Erlöschen der Kolonien (n=10)
- Bei 11°C werden die Kolonien unbeweglich
B
ERNDT
&
E
ICHLER
(1987), S. 141; detaillierte Analyse der Kältetoleranz. Empfehlungen für die
praktische Bekämpfung: B
ERNDT
1980
9.6.3. Wärme, Hitze
B
ERNDT
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ICHLER
(1987), S. 142; ausbrennen mit der Lötlampe, wenn das Nest bekannt ist.
9.6.4. Luftfeuchtigkeit
B
ERNDT
&
E
ICHLER
(1987), S. 143
9.6.5. Barrieren
B
ERNDT
&
E
ICHLER
(1987), S. 143
9.6.6. Pestizideinsatz:
Ködergifte (nur langsam wirkende, besser zum selber-Mischen): Borsäure, Hydramethylnon,
Fenoxycarb, Methopren, Avermectin, Sulfluramid, Chlordecon
Lockstoff flexibel, nach ein paar Tagen wechseln; Lockstoffe: Biskuit - Honig -> Killgerm; Mint-
apple-jelly, Erdnußbutter, Leber; roh / getrocknet
Mögliche Probleme mit Ködermaterialien:
- Zu trocken, zu wenig abwechslungsreich: Verwendung als Nistmaterial, Eintrag als Vorrat