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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-2 / Feuchtigkeit
pro Tag frei. Beim Ausatmen in kalter Winterluft wird dieses Wasser als Nebel sichtbar.
Außerdem verdampft Wasser beim Duschen und Kochen. Spiegel, Fenster und andere glatte
Flächen "beschlagen", wenn man sie anhaucht, duscht, kocht oder im kalten Auto fährt.
Wasser setzt sich auch an schlecht isolierten Außenmauern ab, an der kalten Wasserleitung, an
Metallteilen, die aus dem Haus nach außen ragen u.a.. Besonders wo derartige Außenmauern mit
Einbaumöbeln quasi dicht verschlossen werden, entstehen oft feuchte Toträume jenseits aller
Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung, die schlupfwinkelbewohnenden Schädlingen Lebensraum
bieten.
Besondere Feuchtigkeitsprobleme der Neuzeit: Allein dadurch, daß es in jedem Haus fließendes
Wasser gibt, wird mehr Wasser benutzt und entsprechend mehr in Dampf umgewandelt.
Gleichzeitig sind die Räume in neueren Häusern kleiner und luftdichter als einige Jahrzehnte zuvor.
Dadurch steht zur Absorption und Verteilung der entstehenden Feuchtigkeit erheblich weniger Luft
zur Verfügung. Die relative Luftfeuchtigkeit ist dort im allgemeinen höher als in den Häusern, die
vor langer Zeit gebaut wurden.
Gegenüber früheren Zeiten hat sich der Wasserverbrauch der Hausbewohner stark vermehrt: eine durchschnittliche,
vierköpfige (amerikanische) Familie verwandelt mindestens 30-60 L Wasser pro Woche in Dampf um.
Gartenbewässerung etc kann eine zusätzliche Menge von bis zu 500ml/m² in die direkte Umgebung der Häuser in Form
von Dampf freisetzen. Wenn all dieses Wasser nicht durch sorgfältiges Lüften entfernt wird, trägt es zum Befall durch
Insekten und anderen Schädlingen, sowie zur Schimmelbildung bei (NPCA, 1955).
Manche Materialeigenschaften können die Feuchtigkeit fördern, wenn sie nicht ausreichend
beachtet werden:
- Unterschiedliche Erwärmung verschiedener Materialien bei Sonnenbestrahlung:
Beispielsweise erwärmt sich Land schneller als Wasser, Wasser schneller als Luft, dunkle
Materialien schneller als durchsichtige u.s.w..
- Wärmeleitfähigkeit: die Wärmeleitfähigkeit ist eine Baustoffeigenschaft. Z.B. Metalle haben
eine hohe Wärmeleitfähigkeit.
- Wärmedämmung und k-Wert: Wärmedurchgangskoeffizient, k-Wert, errechnet sich aus der
Dicke der einzelnen Bauteilschichten und deren Wärmeleitfähigkeit. Je kleiner der k-Wert
eines Bauteils ist, desto besser die Wärmedämmung (s. dazu K
ÖNIG
1989, S. 205, Abb. A6).
Feuchte Bauteile dämmen schlechter.
- Unterschiedlich starke Ausdehnung verschiedener Materialien je nach Temperatur und
Feuchte: Dadurch entstehen bei ständigen Schwankungen Risse an den Grenzen zwischen
verschiedenen Bauteilen, die an diesen Stellen das Mikroklima verändern.
- Kondenswasser sammelt sich gerne an den Grenzen zwischen verschiedenen Materialien.
Neubaufeuchte: Für die Herstellung von gemauerten Fußböden oder solchen aus Beton, Mauern
und Kaminen werden große Wassermengen gebraucht. Beim Bau eines kleinen Hauses mit Keller
sind im Betonfundament zu Beginn mehr als 2000 lb (908 L) Wasser, wenn es gegossen wird. Für
die Kellerwände werden mehr als 4000 lb (1816 L) gebraucht, und wenn das Haus verputzt wird,
weitere 2500 lb (1135 L). Auch für den Rohbau wird Wasser gebraucht, und dazu kommt der
gesamte Regen, der während der Bauzeit darauffällt, bevor Seitenwände und Dach vollständig sind.
Wo die Häuser immer schneller fertiggestellt werden, kann es Monate dauern, bevor dieses Wasser
aus der Struktur verdampft ist, obwohl es sich dann schon trocken anfühlt. Gelegentlich wird auch
Holz verwendet, das frisch oder nur ungenügend gelagert war. Wenn die Konstruktion dann schnell
verschlossen wird, hat dieses Holz kaum Gelegenheit zum Trocknen. Das führt zu Schwitzwasser