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Feuchtigkeit / Anhang B-2
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E. Scholl (1995)
und hoher Feuchtigkeit in Hohlräumen der Wände und begünstigt das Wachstum von Schimmel,
von dem sich Insekten ernähren können. In solchen Häusern können sich Bücherläuse oder
pilzfressende Käfer zu Plagen entwickeln. Wenn diese Häuser dann bewohnt werden, wird jedoch
auf die Dauer die künstliche Heizung, die für den menschlichen Komfort sorgt, das Holz allmählich
austrocknen (NPCA 1955, A
NDERSON
1972).
Diese Autoren nahmen noch an, daß dabei der Befall mit Schimmelfressern dauerhaft beseitigt
wird. Im Zeitalter der Hausstauballergien gibt es gute Gründe, das zu bezweifeln.
-> Milben
Stehende Feuchtigkeit: Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, zu glauben, daß der Fliesenbelag an
Wand und Fußboden dicht sei. Die verfugten Stöße der Fliesen sind von vielen kleinen Bruchadern
durchsetzt und leisten dem Wasser keinen Widerstand. Diese Feuchtigkeit breitet sich also
unterhalb des Fliesenbelags aus, wenn sie nicht aufgehalten und abgeleitet wird.
Dampfbremsen: Wenn Dampfbremsen an der kälteren Seite des Bauteils angebracht werden, staut
sich dort Wasser. Kleinere Undichtigkeiten, Fugen und Löcher in Dampfbremsen lösen einen
Sogeffekt aus. An diesen Stellen sind dann Bauschäden vorprogrammiert.
Große Temperatur- und Feuchtigkeits-Unterschiede zwischen innen und außen.
Bei Wind verdampft das Wasser wieder. Dazu braucht es Wärme, die es sich aus der Umgebung
holt. Deshalb kühlt Nasses beim Trocknen ab. Wenn es vorher schon kalt war, wird es noch kälter.
Kondenswasser hat den Vorteil, daß kaum Salze darin gelöst sind; deshalb trocknet es fast spurlos.
Wenn das Wasser gelöste Salze oder andere hygroskopische Stoffe enthält, zieht es immer wieder
Feuchtigkeit nach. Dadurch vergrößert sich der Schaden dann immer mehr.
Wasserdampf diffundiert (= verteilt sich) entsprechend dem Dampfdruck-Gefälle. Er kann nach
außen drücken (feuchte Luft im Bad) oder auch nach innen (bei kaltem Nebel in warme Räume).
4. Mikroklima:
Das Mikroklima kann man am Rauhreif auf Blättern wunderschön studieren, der sich an allen
Kanten bildet, nie jedoch in den Mulden. Was hier gilt, kann entsprechend auf die potentiellen
Schlupfwinkel von Schädlingen in Hohlräumen im Wohnbereich übertragen werden.
Kalte Kanten: Tau entsteht durch Luftdruckunterschiede an Kanten: die vorbeiströmende Luft
wird kurzfristig zusammengedrückt und schlagartig wieder ausgedehnt. Bei Druckzunahme tritt
Wasser aus, ausgedehnte Luft reißt Wassermoleküle mit. Deshalb verdampft das Wasser beim
Ausdehnen der Luft wieder. Zum Verdampfen braucht das Wasser Wärme, die es der Kante
entzieht. Deshalb ist die Kante kälter als die Umgebung. An der kalten Kante kühlt die Luft stärker
ab, setzt sich mehr Wasser ab. Je kälter, feuchter, windiger, desto mehr Wasser bleibt zurück, bei
Temperaturen unter Null als Rauhreif. Rauhreif vergrößert die Kanten und "zieht" immer mehr
Wasser aus der Luft.
Feuchte Ecken: In Ecken sind Luftbewegungen schwächer; die Luft ist entsprechend wärmer und
feuchter. Wenn die Mauer darum herum schlecht isoliert ist, zieht die Kälte der außenliegenden