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Feuchtigkeit / Anhang B-2
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E. Scholl (1995)
Gesamtbelastung des Immunsystems mit Raumluft-Reizstoffen können dadurch
stark verringert werden.
Die relative Luftfeuchtigkeit in Räumen sollte immer deutlich unter 70% liegen, um das Wachstum
von Schimmelpilzen und Schädlingen zu verhindern. Luft wird durch undichte Türen und Fenster
ausgetauscht, außerdem beim Öffnen von Türen und Fenstern. Die Luftwechselzahl (= Luft-
Austauschrate pro Stunde) variiert zwischen 0,1-fach (bei dichtschließenden und geschlossenen
Türen und Fenstern) und 40-fach (bei weitgeöffnetem Fenster und Durchzug)
Zusammensetzung der Luft: Frischluft enthält 21% O2 (=Sauerstoff), 0,03% CO2 (=Kohlendioxid) und Wasserdampf
je nach Temperatur und Umgebung. Ausgeatmete Luft enthält 16% O2 und 4% CO2. Sie hat Körpertemperatur
(37°C) und 100 % relative Luftfeuchte (= 41 g/kg absolute. Feuchte bei dieser Temperatur). Die ausgeatmete
Luftmenge beträgt beim Schlafen 0,5 m³ pro Stunde.
Pro Person und Stunde brauchen Menschen - je nach Tätigkeit - 20-60 m³ Frischluft; beim Schlafen weniger als bei
körperlicher Arbeit. Es sollte für jeden Bewohner mindestens 50 m³ frische Luft zur Verfügung stehen (K
ÖNIG
1989,
S. 13, S
TEWEN
1987, S. 73). Hat ein Raum die Ausmaße 5,00 x 6,00 m und eine Höhe von 2,50 m, ergeben sich 50 m³
Raumluft. (Das wäre die Luft für eine Stunde.)
Zustand der Fenster und Türen
Luftwechselrate pro Stunde
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Fenster und Türen geschlossen:
0,3 - 0,5 -fach
unkontrollierte Lüftung durch Fugen bei relativ dicht
schließenden Fenstern und Türen;
Fenster gekippt, Rolladen oder Klappläden geschlossen:
0,3 - 1,5 -fach
Fenster gekippt, ohne Rolläden:
0,8 - 4 -fach
Fenster halb geöffnet:
5 - 10 -fach
Fenster ganz geöffnet
9 - 15 -fach
Durchzug zwischen Fenster und Tür
ca 40 -fach
Tabelle B2-2: Übersicht: Luftwechselzahl pro Stunde bei verschiedenen Bedingungen
(
Quelle: König 1989, S. 13)
Stoßlüftung ist besser als Dauerlüftung und / oder Zwangsbelüftung. Mehrmals am Tag für 5 bis 10
Minuten kräftig lüften und am besten quer, so daß die gesamte Raumluft ausgetauscht wird, die
Wände und Möbel aber nicht auskühlen. Der Luftaustausch sollte 0,5 - 0,8 mal pro Stunde sein.
Schlafräume besonders gut durchlüften, damit die über Nacht angesammelte Feuchtigkeit
entweichen kann. Im allgemeinen genügt ein 30-minütiges Lüften. Bei längerem Lüften wird auch
angrenzenden Räumen unnötig Wärme entzogen. Nachts genügt im Winter ein Lüftungsspalt von 1
cm. Ähnliches gilt für Feuchträume wie Bäder, Küchen, Toiletten. Auch hier sollte nach der