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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-3 / Flöhe
4. Entwicklungstyp, Mundwerkzeuge und Sinnesorgane
Flöhe entwickeln sich holometabol (= vollständig). Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich
mehrmals häuten und anschließend verpuppen. Die erwachsenen Flöhe, die aus den Puppen
schlüpfen, sehen völlig anders aus und ernähren sich auch anders.
Die Larven haben kauende Mundwerkzeuge, die Vollinsekten einen Stech-Saug-Rüssel.
Sinnesorgane: Die Augen sind einfache Punktaugen oder fehlen ganz; Helligkeitsschwankungen
und Richtungssehen sind damit möglich. erwachsene Flöhe haben einen fein ausgeprägten
Tastsinn. Hochempfindliche Wahrnehmungsorgane für Berührungsreize, für Erschütterung der
Umgebung und und für den Luftzug liegen teilweise an den Fühlern, an den Tastern, am Grunde
von Sinnesborsten und vor allem auch am Hienterleibsende in einem Feld von Sinneshaaren, die in
besonderen Gruben stehen. Flöhe können Atemluft - CO2, Körperwärme und Gerüche
wahrnehmen.
5. Problematische Arten
Entwicklung am Beispiel des Katzenflohs (sofern nicht anders angegeben)
Eier
: Da Flöhe ihre Eier einfach fallenlassen, sind Floheier nur an Orten zu finden, wo die
Blutspender ihrer Eltern hingekommen sind. Die Eier sind ca 0,5 mm x 0,25 mm groß, oval,
weißlich gefärbt. Man kann sie mit dem bloßen Auge gut erkennen.
Tabelle B3-1
?
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Tabelle B3-2
Temperatur
Zeit bis zum Schlüpfen
?
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relative Luftfeuchte
Schlupfrate
___________________________________
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_________________________________________
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32°C
1,5 Tage
?
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60-90 %
±
gleichbleibend
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13°C
6 Tage
?
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weniger als 50% 20-60 % geringer
Tabellen B3-1; B3-2: Temperatur, Feuchigkeit - und das Schlüpfen der Flohlarven aus den
Eiern
(nach R
UST
in M
ALLIS
1991, S. 602)
Larven
: Nach 2-12 Tagen schlüpfen die Larven. Sie sind dünn und lang, annähernd rund und
wurmförmig. Sie haben zwar keine Beine, wohl aber zwei sogenannte Nachschieber und zahlreiche
Borsten. Auch haben sie einen deutlichen Kopf. Das kann man mit der Lupe erkennen. Mit Hilfe
der Borsten schlängeln sie sich fort. Mit den Nachschiebern können sie auch ziemlich schnell und
ruckartig kriechen. Bei Gefahr stellen sie sich tot. Flohlarven leben überall da, wo die Eier vorher
heruntergefallen waren; am häufigsten natürlich da, wo das Wirtstier ihrer Eltern sich regelmäßig
zum Ausruhen hinlegt: am Schlafplatz, im Nistmaterial, in Wohnungen häufig in Dielenritzen und
ähnlichen Orten. Sie ernähren sich von den organischen Abfällen, die sie mit ihren Mandibeln
(Beißzange) zerkleinern. Die Larven von Katzenflöhen brauchen außerdem das unverdaute und
halbverdaute, eingetrocknete Blut und die Kotreste der erwachsenen Flöhe als Nahrung, um sich zu
Flöhen zu entwickeln (M
OSER
1989 in H
INKLE
1992, S. 95). Die Verteilung der leeren Larvenhäute
in Häusern mit Flohbefall zeigte, daß Flohlarven nicht besonders wanderfreudig sind. Fast alle
waren direkt beim Schlafplatz des Haustiers und in geschützten Mikrohabitaten
(=Kleinstlebensräume) zu finden. Auf der Suche nach geeignetem Lebensraum können sie aber auf