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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-3 / Flöhe
Je nach Umgebung kann die Puppenruhe schon nach 5 - 7 Tagen abgeschlossen sein, oder bis zu 239 Tage dauern..
Vollinsekten
: Die Weibchen sind gewöhnlich früher schlüpfbereit als die Männchen. Die
erwachsenen jungen Flöhe schlüpfen im allgemeinen nicht sofort aus, sondern bleiben - je nach
Temperatur - bis zu 20 Wochen in den Puppenhüllen sitzen. Sie schlüpfen erst auf einen
Erschütterungsreiz hin. Wenn der ausbleibt, etwa in einem verlassenen Nest oder bei Abwesenheit
des Wirtes in der Urlaubszeit - so können sie monatelang (manche behaupten jahrelang!) startbereit
in ihren Puppenhüllen sitzen bleiben, um sich dann sofort begierig auf das Wesen zu stürzen, das
diesen ersten Erschütterungsreiz auslöst.
Im Experiment schlüpften sämtliche Flöhe:
- bei 11°C innerhalb von 20 Wochen,
- bei 32°C innerhalb von 4 Wochen.
Frischgeschlüpfte Flöhe sind im allgemeinen heller und weichhäutiger als ältere Tiere. Sie
reagieren sehr empfindlich auf Körperwärme und - stürzen sich darauf. Frischgeschlüpfte und
hungrige Flöhe sind lichtwendig, nur bei Störung und Gefahr flüchten sie ins Dunkle. Auch satte
Flöhe zieht es mehr ins Dunkle. Außerdem reagieren die erwachsenen Flöhe auf Bewegungen,
Luftbewegung, helle Farben, Atemluft und Gerüche.
Das Sprungvermögen der Flöhe ist genau an die Größe und Lebensgewohnheiten des jeweiligen
Hauptwirtes angepaßt und artweise sehr unterschiedlich.
Die Nahrung der erwachsenen Flöhe besteht nur aus frischem strömendem Blut, das sie dem Körper
eines lebenden Warmblütlers mit ihrem Stechrüssel entnehmen. Mit ihren Borstenkämmen
verankern sie sich bei der Blutmahlzeit im Fell oder Gefieder ihres Blutspenders. Flöhe nehmen
meist mehr Blut auf, als sie fassen können und lassen dann frisches Blut in kurzen Abständen
tropfenweise aus dem After austreten. Diese Tröpfchen trocknen rasch zu charakteristischen
schwarzen Krümeln ab und fallen herunter. Bei Störung, z. B. durch Kratzen, unterbechen Flöhe
die Nahrungsaufnahme und stechen neu zu. Dadurch entstehen oft jene typischen Reihen von
Einstichen. Das Blutsaugen dauert durchschnittlich 1-2 Stunden, kann sich aber auch über 3-4
Stunden hinziehen. Flöhe können am besten in Ruhe Blut saugen, wenn auch das Wirtstier in Ruhe
ist, also schläft. Dementsprechend fällt das überschüssige Blut, das sie während der Mahlzeit
abgeben, zum großen Teil dorthin, wo auch die Eier herunterfallen und ernährt die schlüpfenden
Larven mit.
Nach der Blutmahlzeit paaren sich die Flöhe. Danach sterben die Männchen bald ab. Die mittlere
Lebenserwartung der Weibchen liegt etwa bei 3 - 4 Monaten im Sommer und verkürzt sich bei
Trockenheit, zu hoher Wärme und Nahrungsmangel. Wenn es warm genug ist, nehmen die Flöhe
nach Möglichkeit täglich eine Blutmahlzeit ein. (->M
ALLIS
1991, S. 604/5) In kühler, feuchter
Umgebung können sie dagegen ohne weiteres 1 bis 1 1/2 Jahre hungernd überleben.
Bei 35°C überlebten nur 10% der nicht gefütterten Flöhe die nächsten 10 Tage. Dies galt auch bei einer relativen
Luftfeuchte von 100%. Bei 15,6°C lebten sie ca 40 Tage (S
ILVERMAN ET AL
., 1981, aus M
ALLIS
1991, p.603). Bei
Fernhaltung aller Beeinträchtigungen und bei regelmäßiger Fütterung ist es im Experiment schon gelungen, gewisse
Flöhe bis zu 5 1/2 Jahren am Leben zu halten (P
EUS
1953).
Flöhe nehmen nach Möglichkeit täglich eine Blutmahlzeit zu sich, kommen aber auch längere Zeit
ohne Nahrung aus. Hunger kann einen Wandertrieb auslösen, der dann zu überraschenden Plagen
führen kann; z.B., wenn die Katze stirbt oder - bei Vogelflöhen - wenn es spät im Herbst noch
einmal warm wird. Unter solchen Umständen nehmen sonst einwirtige Flöhe auch alternative