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Flöhe / Anhang B-3
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E. Scholl (1995)
Blutwirte in Kauf. Nach längerer Abwesenheit des Blutspenders, zum Beispiel in der Urlaubszeit,
führt oft zu einer Ansammlung von schlüpfreifen Flöhen in Puppen. Den ersten Warmblütler, der
nach Abwesenheit einen befallenen Raum betritt, um beispielsweise die Blumen zu gießen,
springen sie überfallartig an. Das sind aber - zumindest im Falle der Katzenflöhe, meist frisch
geschlüpfte Tiere. Wenn ein Floh nämlich eine Katze gefunden hat, bleibt er möglichst auf ihr.
Erstaunlich fein ist die Fähigkeit des Flohs ausgebildet, Veränderungen wahrzunehmen, die mit
seinem Blutspender, auf dem er sich gerade befindet, vorgehen, und die eine Gefahr für den Wirt
und damit möglicherweise auch für den Floh bedeuten. Das ist für den Floh sehr wichtig, damit er
das "sinkende Schiff" zeitig genug verlassen kann. Offenbar reicht es aus, wenn der Blutspender in
Lebensgefahr gerät. Von einem in Lebensgefahr geratenen oder getöteten Tier springen die Flöhe
bereits nach wenigen Sekunden ab, aber auch bei Fieber.
Nur nach einer Blutmahlzeit können die Weibchen entwicklungsfähige Eier legen. Das Weibchen
legt sein ganzes Leben hindurch Eier; in Schüben zu 8 bis 10 Eiern nach einer Blutaufnahme,
insgesamt einige hundert Eier, die es einfach fallen läßt. Als die Katze experimentell am Putzen
gehindert wurde, legten die Katzenflöhe durchschnittlich 31-46 Eier je Floh und Tag (H
INKLE
1992).
Da die Flöhe während der Mahlzeit auch das überschüssige Blut absondern, fallen die Krümel meist
mit den Eiern gleichzeitig herunter und erzeugen auf der Unterlage, auf der ihr Blutwirt ruhte, sehr
charakteristische "Pfeffer-und-Salz-Krümel". Die Anzahl der Krümel auf der Unterlage erlaubt so
Rückschlüsse auf die Anzahl der Flöhe.
Die Eier sind frisch etwas klebrig und bleiben anfänglich im Fell oder Gefieder des Wirtes, bzw in
der Kleidung des Menschen hängen. Wenn sie trocknen, fallen sie meist herunter, in der Regel am
Ruheplatz des Wirtes. Daher ist die Häufigkeit der Floheier direkt mit den Bewegungen des
Blutspenders korreliert.
Beim Putzen können Katzen bis zu 50% ihrer Flöhe entfernen. Sie fressen sie einfach. Manche
Katzen sind dabei erfolgreicher als andere.
5.1. Floharten im menschlichen Lebensraum
:
Katzenfloh
,
Ctenophalides felis
: Hauptwirt ist die Hauskatze. Sobald er eine findet, wird er sie
freiwillig nicht wieder verlassen (H
INKLE
1992). Nebenwirte Haushund, Mensch, Ratten und
Langschwanzmäuse; Hauskaninchen. Ursprüngliche Heimat der bei uns vorkommenden
Katzenflöhe waren Nordafrika und der Nahe Osten (V
ATER
&
V
ATER
1984). Der Katzenfloh ist in
neuerer Zeit immer häufiger Flohplageerreger; seine Larve stellt höhere Ansprüche an die
Temperatur als der Hundefloh. Daher ist er in seiner Entwicklung in Mitteleuropa an die
menschlichen Siedlungen gebunden. Es wird angenommen, daß er sich im Sommer auch außerhalb
der Häuser vermehren kann. Bei Fehlen von Hauskatzen kann er sich am Menschen allein
wahrscheinlich nicht dauerhaft halten. (Er kann sich aber in Abwesenheit von Katzen auch von
Menschenblut ernähren). Die Anzahl der Flöhe auf einer befallenen Katze liegt bei 25-300 Flöhen
(O
SBRINK
& R
UST
1985a, aus H
INKLE
1992). Literatur: V
ATER
&
V
ATER
(1985)
Hundefloh
,
Ctenophalides canis
: Hauptwirte sind der Haushund, Fuchs und Wolf. Nebenwirte
sind u.a. auch Mensch, Hauskatze, Hauskaninchen: Erzeuger von Flohplagen in der ersten Hälfte