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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-3 / Flöhe
des 20. Jahrhunderts, wo er
P. irritans
an Häufigkeit übertraf, während er nach 1960 allmählich als
Flohplageerreger immer seltener und vom Katzenfloh weit übertroffen wurde.
Menschenfloh
,
Pulex irritans
: nach neueren Anschauungen war er wahrscheinlich in früheren
Jahrhunderten der Hauptüberträger der in manchen Jahren verheerend epidemisch auftretenden
Beulenpest, durch die ganze Siedlungen entvölkert wurden. Wenn er auch jetzt bedeutend seltener
geworden ist, als er von Anfang des 20. Jahrhunderts war, so ist er doch nicht ausgestorben, wie
häufig behauptet wird. Massenauftreten ist außer in Wohnungen und Versammlungsräumen für
viele Menschen (Kino, Theater, Kasernen, Barackenlager usw.) in neuerer Zeit auch in Schweine-
und Schafställen besonders bei moderner Massenhaltung möglich. Unter Umständen kann er sich
auch im Freien entwickeln auf Müllhalden, in Gärten bei Düngung mit Mist oder tierischen
Abfällen.
Pestfloh
,
Xenopsylla cheopis
: Lebt auf Ratten in warmen Ländern und kann durch den
Schiffsverkehr in Hafenstädte eingeschleppt werden. Im Hamburger Hafen wurde er z.B. von
1901-1941 von 148.469 Ratten und Mäusen auf 9.624 Schiffen aus pestverdächtigen Ländern
gefunden. Er ist der wichtigste Überträger der Beulenpest von Ratten auf die Menschen in den
Tropen, die eigentlich eine Nagetierkrankheit ist und durch den Pestbazillus
(Pasteurella pestis)
hervorgerufen wird.
Europäischer Rattenfloh
,
Nosopsyllus fasciatus
: Hauptwirte sind wahrscheinlich Wander- und
Hausratte. Er ist aber ebenfalls häufig an Langschwanzmäusen (und Wühlmäusen?). Er gilt als
potentieller Pestüberträger im gemäßigten Klimagebiet, ist aber für den Menschen nicht sehr
gefährlich, da er diesen nur selten sticht.
Hausmausfloh
,
Leptopsylla segnis
: in erster Linie Floh der Hausmaus und der Hausratte, wenn
diese mit der Hausmaus zusammen vorkommt; seltener auf der Wanderratte. Er kann sich unter
mitteleuropäischen Klimabedingungen nur innerhalb menschlicher Siedlungen halten. Im
wärmeren Mittelmeerklima dagegen kommt er auch weitab von menschlichen Siedlungen vor und
dann auch auf Freiland-Mäusen. Er ist auch der Floh der weißen Labormäuse, in deren Käfigen er
zu Massenvermehrung neigt, wenn die nicht oft genug gesäubert werden. Für den Menschen hat er
kaum Bedeutung.
Fledermausflöhe
,
Ischnopsyllidae
: Auf Fledermausschlafplätze beschränkt, stechen nur sehr
selten den Menschen. Ohne hygienische Bedeutung. Etwa 10 Arten.
Igelfloh
,
Archaeopsylla erinacei
: ist auf den Igel beschränkt, kommt nur selten auf anderen Tieren
als Irrgast vor. Fast auf jedem Igel leben zahlreiche Flöhe, in Häusern überwinternde Igel bringen
auch die Flöhe mit, die allerdings den Menschen wenig belästigen.
Kaninchenfloh
,
Spilopsyllus cuniculi
: kommt nur auf Wildkaninchen vor, auf Hauskaninchen in
gewöhnlicher Stallhaltung kann er nicht existieren. Sie werden als vollwertiger Wirt nur dann
angenommen, wenn sie in einem Freigehege mit Wildkaninchen zusammen gehalten werden und
die von diesen gegrabenen Nestbaue für ihren eigenen Wurf benutzen. Meldungen über Flöhe auf
Hauskaninchen dürften andere Arten gewesen sein.
5.2. Vogelflöhe
:
Der
sogenannte Hühnerfloh
,
Ceratophyllus gallinae
ist ursprünglich ein Waldtier, das die Nester
kleiner Vögel (rund 75 Arten) besiedelt, die in Nischen, Halbhöhlen oder Höhlen nisten. Fast in