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Integrierte Schädlingsbekämpfung
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Anhang B-3 / Flöhe
6.4. Management der ökologischen Nischen
6.4.1. Brutstätten; "Nest":
Damit sind hier sämtliche Brutstätten der Flohlarven gemeint inclusive den Schmutzecken in der
menschlichen Wohnung mit Nestklima.
- Gründlichst Staubsaugen, besonders Dielenritzen, Fußleisten und Lieblingsplätze der
Haustiere; aber auch Polstermöbel und Teppiche (das schafft bis ca 90% der Plage.
Staubsaugerbeutel sofort dicht zumachen, in einer Plastiktüte verpackt ein paar Tage
tiefkühlen, rausbringen in die Mülltonne, oder verbrennen. Vibrationen und Luftbewegung
beim Staubsaugen können das Ausschlüpfen von weiteren Flöhen aus den Puppen verursachen,
daher bald danach nochmal saugen (Rust in Mallis 1990). Mit Staubsaugen können nach einer
amerikanischen Studie 59% der Eier und 20% der Larven aus Teppichen entfernt werden
(Olkowski 1991). 96% der erwachsenen Flöhe (Mallis?)
- Teppiche, Matten, evtl. Polstermöbel und Matratzen gut ausklopfen und lüften, am besten in
der prallen Sonne (evtl Sauna).
- Teppichböden schamponieren.
- Dampfreinigen, damit evtl. eine Firma beauftragen. Das tötet die meisten Flöhe und Larven,
zum Teil auch die Eier. Allerdings kann die dabei entstehende feuchte Wärme das Schlüpfen
der letzten Larven aus den Eiern auslösen, sodaß einige Wochen später nochmals mit dem
Auftreten einzelner Flöhe gerechnet werden muß.
- Schlafmatten des Haustieres etc, wenn möglich heiß waschen (60°C, 10 min), oder durch
waschbares Material ersetzen; regelmäßig waschen.
Da Flohlarven es gerne kühl und feucht haben, kann man sie mit Trockenheit, besonders bei
Wärme, oder mit großer Nässe, stark eindämmen, da sie beides nicht vertragen. (
Katzenflöhe
vertragen auch Kälte nicht.)
- Dielen-Fußböden und Fußleisten mit Ritzen sehr naß wischen mit starkem Seifen- oder
Salzwasser, am besten abends, wegen der langsameren Trocknung während der Nachtkühle.
Wiederholung ist zu empfehlen.
- Falls alles nichts nützt, Gebäudereiniger, Schädlingsbekämpfer rufen
6.4.2. Haustiere:
Haustiere müssen unbedingt gleichzeitig mit der Umgebung behandelt werden.
Wer sein Haustier erstmal gründlich mit viel Schampoo waschen kann, hat Glück: dabei ertrinken
viele Flöhe einfach. Danach wird es gründlich gebürstet und ggf. geschert. Kurze Haare sind
leichter zu behandeln.
Anschließend kämmt man das Tier mit einem Flohkamm (mit engen Zinken) aus. Das macht man
anfänglich sicher besser zu zweit. Wenn man das Tier einmal daran gewöhnt hat, kann´s auch eine
Person ohne Hilfe. Wichtig bei der Prozedur ist eine entspannte Atmosphäre. Prüfen Sie nach
jedem Kammzug den Kamm nach Flöhen, die Sie dann in eine bereitstehende Schüssel mit
Seifenwasser schnippen. Trocknen Sie sich zwischendurch immer wieder die Finger ab, um zu
verhindern, daß das Tier seifig wird.