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Flöhe / Anhang B-3
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E. Scholl (1995)
Mit einem Flohkamm aus Metall mit 20 Zinken pro Zentimeter konnte die Zahl der auskämmbaren
Flöhe bei einer Katze innerhalb von drei Tagen von ca 150 Flöhen auf 6 reduziert werden (S
CHOLL
,
unveröff.)
Bei der Anschaffung des Flokamms ist zu beachten, daß die im (US-)Handel befindlichen Modelle
allesamt untauglich sind (H
INKLE
1992). Es gibt aber mindestens ein sehr gutes Modell, das
allerdings als Nissenkamm für Kopfläuse verkauft wird. (
Der Nissenkamm widerum ist für die
Nissenentfernung nicht ausreichend!
).
Einmassieren von Diatomeenerde ins Fell wird von mehreren Autoren empfohlen und ist einen
Versuch wert. Aber hier muß besonders darauf geachtet werden, daß das Gesicht des Tieres
ausgespart bleibt.
Flohhalsbänder aus Kunststoff für Katzen und Hunde, mit ausgasendem Wirkstoff (z.B.
Organophosphat Dichlorvos) getränkt, sind einfach anzuwenden. Es gibt sie auch schon als
"umweltfreundliche" Variante aus Natur-Baumwolle, und mit Zitrusöl getränkt.
Für die Tiere, die einen hochentwickelten Geruchssinn haben, stellen Flohhalsbänder eher eine
Quälerei dar. Außerdem sind sie für Katzen u.U. zu stark oder wirken bei großen Tieren nicht
vollständig.
Wer glaubt, nicht auf ein Flohhalsband verzichten zu können, sollte es nur kurzfristig verwenden
und nur unter der Bedingung, daß gleichzeitig die Flöhe in der Umgebung behandelt werden. In
Zeiten des Nicht-Gebrauchs muß das Flohhalsband getrennt von Lebensmitteln und dampfdicht
verschlossen möglichst kühl aufbewahrt werden (Schraubglas). Grundsätzlich müssen
Flohhalsbänder als vermeidbares Kontaminationsrisiko angesehen werden, besonders, wenn Kinder
mit dem Tier spielen.
Wer mit diesen Methoden überfordert ist, sollte sein Tier zum Tierarzt bringen!!
Von befallenen Orten müssen Tiere dann solange ferngehalten werden, bis die Flöhe beseitigt sind.
6.5. Prophylaxe, Langzeitstrategie:
Dazu werden Ritzen in Fußböden und Fußleisten mit oder ohne Pestizidbehandlung dauerhaft
versiegelt, um die Brutstätten der Larven zu begrenzen. Erreichbare Nist- und Ruheplätze von
flohträchtigen Mitbewohnern (z.B. Nagetiere, verwilderte Katzen und Tauben) kann man reinigen
und die Gebäude gegen diese Tiere abdichten; Singvogelnester schonen (s.u.: Wildtiere)
Tieren regelmäßig Hefe und / oder Knoblauch zu fressen geben, soll diese angeblich vor Flohbefall
schützen, obwohl das bisher wissenschaftlich nicht abgesegnet wurde.
Am wirksamsten und preisgünstigsten ist der Verzicht auf Hunde und Katzen in der Wohnung. Nur
solche Haustiere sollten gehalten werden, die wirklich gebraucht werden. Wer Tiere in der
Wohnung braucht und Angst vor Flöhen hat, dem sei empfohlen, sich ein Aquarium mit Fischen